Kammer 2

ALL INCLUSIVE

Julian Hetzel | CAMPO (Wolfach | Utrecht | Gent)

Mehrere Kilogramm Kriegstrümmer sind das Rohmaterial in Julian Hetzels Performance „All Inclusive“. Sie stammen aus Syrien und sind Produkte eines Konfliktes, der seit über acht Jahren wie kaum ein anderer die politische Wirklichkeit und ihre mediale Wahrnehmung formt. Das Publikum beobachtet in „All Inclusive“ die Führung einer Gruppe geflüchteter Syrer*innen, die von einer Kunstvermittlerin mit dem westlichen Kanon vertraut gemacht werden soll. In der fiktiven Museumssituation wird die Gruppe mit Kriegstrümmern konfrontiert, die in diesem Kontext als Exponate erscheinen. Julian Hetzel hinterfragt die Ästhetisierung von Gewalt. Wenn aus Bombentrümmern Skulpturen geformt werden können und wenn ein mündlicher Vortrag, der die Zahlen von Kriegstoten referiert, per Synthesizer zu Tönen und Musik verwandelt werden kann, wie verhält sich dann der Schrecken zu künstlerischer Schönheit und deren Produktion? Julian Hetzel bezieht bei allen Fragen die konkrete Realität von Geflüchteten mit ein. Den Luxus, eine Fliegerbombe in rein ästhetischen Kategorien zu erfassen, haben sie nicht.



Mit Edoardo Ripani, Geert Belpaeme and Kristien De Proost und lokalen Mitwirkenden Konzept und Regie Julian Hetzel Dramaturgie Miguel Angel Melgares Künstlerische Beratung Sodja Lotker Kostüme Anne-Catherine Kunz Produktionsassistenz Sabine Mangeleer Technik Korneel Coessens, Piet Depoortere

Produktion CAMPO Koproduktion Schauspiel Leipzig, Frascati Amsterdam, Münchner Kammerspiele und Stichting Ism & Heit Utrecht.
Realisierung in Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen Gefördert vom Nederlands Fonds voor Podiumskunsten

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