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MK:

Digital Program Booklet "Pinocchio"

„Ich wünsche mir, dass alle Tiere, Menschen, Bäume, Puppen fühlen könnten, wie es ist, ein Teil des Waldes zu sein.“

Pinocchio

Es beginnt alles im Wald: Ein Pinienbaum wird gefällt. Ein Holzstück beginnt zu sprechen. Und schließlich schnitzt der Uhrenmacher Gepetto aus ebendiesem Stück Holz einen Jungen und nennt ihn: Pinocchio.

Die Geschichte von der hölzernen Marionette, die viele Abenteuer erlebt auf ihrem Weg ein „echter Junge“ zu werden, ist schon über 100 Jahre alt. Der italienische Schriftsteller Carlo Collodi hat sie Ende des 19. Jahrhunderts erstmals aufgeschrieben und seitdem gibt es zahlreiche Adaptionen und Überschreibungen. 1940 erschuf Walt Disney aus der märchenhaft-düsternen Vorlage von Collodi seinen ersten animierten Langfilm. 2023 nimmt sich schließlich die Gruppe Moved by the Motion für das Schauspielhaus Zürich dem Stoff an und konzentriert sich auf die Magie der Natur. Für die Münchner Kammerspiele hat die Gruppe rund um Regisseurin Wu Tsang, Tosh Basco, Josh Johnson und Asma Maroof die Arbeit mit dem Münchner Ensemble noch einmal erarbeitet.

Die Autorin Sophia Al-Maria konzentriert sich bei ihrer Überschreibung des Stoffs auf einen Diskurs rund um das Verhältnis Mensch-Natur und die Möglichkeit der Verschiebung der Narration. Somit findet auf ganz spielerische Art und Weise ein Versuch statt, die Geschichte anders zu erzählen und erfahrbar zu machen.

Es ist eine Einladung an Kinder und Erwachsene zugleich. Eine Einladung, sich auf den Zauber der Natur und den Zauber des Theaters mit Freude und Neugier voll und ganz einzulassen und zu erfahren, was es bedeuten kann, die Perspektive zu wechseln.

Bäume sind seit jeher Bestandteil unserer Geschichten. Denn sie waren und sind immer da. Insofern ist unser menschliches Leben unmittelbar verbunden mit dem nicht-menschlichen. Verflochten vielleicht sogar.

Wenn wir uns nun aber einmal auf die Zeitwahrnehmung der Bäume umstellen, wird alles ruhiger, langsamer, weiter. Ein Baum bleibt scheinbar unbewegt, bekommt aber umso mehr Bewegung um ihn herum mit.

Wie sieht ein Baum auf die Welt? Wie eine Schnecke? Eine Amsel? Alle haben eine andere Perspektive, einen eigenen Rhythmus, eine ganz eigene Geschichte.

Der Fokus auf das Nicht-Menschliche schafft eine andere Anerkennung des sonst so alltäglichen. Die Magie steckt im vermeintlich Kleinen, Unauffälligen. So auch im Theater: Aus einem Stück Stoff kann ein rauschender Ozean werden, der Theaterzauber und die Vorstellungskraft schaffen neue Welten.

Es gibt viel zu Staunen und zu lernen, zu lachen und neu zu begreifen. Pinocchios Reise ist ein großes Abenteuer mit einigen Stolpersteinen. Aber wie die Amsel am Ende des Stücks resümiert:

„Bist du mit Liebe im Herzen unterwegs, dann bist du nie allein.“

Theresa Schlesinger

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