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MK Musik: Fazer & Support

Jazz als großer Möglichkeitsraum

 Schauspielhaus
 Schauspielhaus

Fazer definieren Jazz als großen Möglichkeitsraum. Die Münchner Antihelden des Quasi-Jazz feiern das Erscheinen ihres neuen Albums.

Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen. Auch im Jahr 2022 will gute Musik zwischen den Stühlen sitzen. Und dort ist es mitnichten unbequem. Um sich der Musik von Fazer zu nähern, reicht Jazz als einzige Zuschreibung nicht aus. Mit Trompete, Jazzgitarre, Bass und gleich zwei Schlagzeugen ist die Besetzung durchaus dem Jazz entlehnt. Die Ästhetik der Münchner Band ist aber von Disparatem geprägt und treibt den Klang des Jazz in seine Randgebiete. Dort vermischt sich warme Popmusik von Talk Talk oder dem Afrobeat eines Fela Kuti mit dem Krautrock der Gruppe Can bis hin zu körperlicher Elektronik von Rhythm & Sound. Es entsteht Musik, die innehält, in der selbst das Schlagwerk melodisch agiert. Musik, die die Potenziale jedes Instruments immer wieder neu auslotet. Fazer gehen einen ganz eigenen Weg. Und der führt zu einem organisch fließenden Klangerlebnis, das gelassen bis wohlig tönt. Fazer führen uns zu einer altbekannten Jazzvokabel: Sie klingen wahrhaft cool. Und weil sie es auch sind, kultivieren sie ihr eigenes Genre namens Quasi-Jazz. Und feiern mit uns an diesem Abend das Erscheinen ihres dritten Albums „Plex“. Hierfür tun sie sich erstmals mit dem renommierten Plattenlabel City Slang zusammen. Dieses ist nicht für Jazz bekannt, es ist eher eine Heimat für Indie-Pop und Elektronik. Ein Hafen für alle Uneindeutigen, deren Grenzüberschreitungen es seit Jahrzehnten Gehör verschafft. Wir sind gespannt, was aus dieser Zusammenkunft entsteht.

„Plex“ zeugt vom weiten musikalischen Horizont der Band und seine Textur weckt Assoziationen an Brasilianische, Mexikanische und Afrikanische Musik. „Es geht uns nicht darum, uns aus aller Welt etwas herauszupicken. Wir wollen einen Sound machen, der überall verständlich ist.“ sagt Bassist Martin Brugger. Es sei eher andersherum, ergänzt er humorvoll. Man wolle „nicht klar deutsche oder bayrische Musik sein“ – was nicht als Kommentar gegen München zu verstehen ist, sie fühlen sich im Gegenteil sehr wohl in der Szene rund um das Radio 80000. Und sie bemühen sich mit ihrem eigenen Plattenlabel Squama ebenfalls ein Netzwerk in der Stadt zu etablieren. Dass „Plex“ nun auf City Slang erscheint, empfindet die Band dennoch als große Erleichterung, da sie sich vom administrativen Ballast freimachen und den Fokus nun gänzlich auf die Musik richten kann. Zumal es auch inhaltlich ein Lieblingslabel ist, dessen Katalog mit Bands wie Tortoise, Broken Social Scene, Calexico, Arcade Fire, und Caribou man sehr zu schätzen wisse.

Fazer sind Martin Brugger, Paul Brändle, Matthias Lindermayr, Simon Popp und Sebastian Wolfgruber. Kennengelernt haben sie sich an der Münchner Musikhochschule. Von Anfang an war es klar, dass die Gruppe mehr als eine Ansammlung von Solisten werden soll. Daher gibt es hier auch nicht den einen möglichen Prozess des Songwriting. Mal kommen die ersten Kompositionsfäden von Gitarrist Brändle und dem Trompeter Lindermayr, mal geben die beiden Schlagzeuger Popp und Wolfgruber den Groove als Impuls vor. Dass die Musik von Fazer nicht kausal dem einen Ort und Sound zuzuordnen ist, ist nicht zuletzt der besonderen Bandkonstellation mit zwei Schlagzeugern zu verdanken. Deren Fokus liegt auf Musik aus Regionen, wo Rhythmus und auch Polyrhythmik eine größere Bedeutung hat als in Europa. Die Band führt dies in ein endloses Lernreservoir. Denn Fazer definieren Jazz als großen Möglichkeitsraum.

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