Joana Tischkau
Joana Tischkau arbeitet als Künstlerin, Choreografin und Regisseurin. In ihren künstlerischen Arbeiten deckt sie hegemoniale Blickregime auf, dekonstruiert Diskurse um kulturelle Aneignung, kulturelle Referenzsystemen und Authentizität. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und Berlin.
Werdegang
Tischkaus Tanzkarriere begann in Jugendzentren, Hip-Hop Clubs, Discos, in Stadien, auf Karnevalsbühnen, in semi-professionellen Kontexten und in der Tanzschule von nebenan. Formelles Tanztraining erhielt sie erst später, an der Coventry University in Großbritannien, wo sie ihren Bachelor in Tanz und Schauspiel absolvierte. Im Master Studiengang Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen entwickelte sie ihre choreografische Praxis, welche die Diskursfelder von Rassismus, Feminismus, Populärkultur und Schwarzer Deutscher Identität miteinander verschränkt und abseits didaktischer Ansätze verhandelt.
Arbeiten
Die Formate ihrer Arbeiten sind inhaltspezifisch. Tischkau entwickelt Performances, Musicals, Tanztheaterabende, Werke im öffentlichen Raum sowie partizipative Workshopformate.
Sie legen Momente frei, in denen ein vermeintlich authentischer Ursprung nicht mehr eindeutig festzulegen ist und untersuchen das europäische Verständnis von Schwarzsein und Schwarzer Kultur. Dabei versuchen sie die Absurdität und Willkür diverser Unterdrückungsmechanismen aufzuzeigen und bedienen sich dazu an postkolonialen Theorien, feministischen Diskursen und popkulturellen Phänomenen.
Ihre Inszenierungen tourten europaweit und wurden u.a. zur Tanzplattform Deutschland (München & Berlin) dem Impulse Festival NRW, den Wiener Festwochen, dem Radikal Jung Festival in München und dem Brecht Festival in Augsburg eingeladen.