Pierre-Yves Delannoy
Pierre-Yves Delannoy (*1995 in Châlons-sur-Marne, Frankreich) sammelt, sucht, sät und lädt ein. Er rollt, zieht, öffnet und kocht. Er spinnt, schneidet, stickt und filzt.
Wiederholung und Handlung stehen im Mittelpunkt seiner Praxis, mit dem Körper als zentralem Ort: eine bewusste Abkehr von seiner Architekturausbildung, in der der Körper oft abstrahiert wird. Für Delannoy ist das Persönliche politisch, nicht als Theorie, sondern als Arbeitsmethode: Was seinem Körper widerfährt, was er erinnert oder vergisst, trägt stets den Abdruck des Systems, in dem er lebt. Seine Aufmerksamkeit gilt dem, was die Gesellschaft lieber vergisst: Queers, Marginalisierten, Vulnerablen. Indem er mit handwerklichen Techniken arbeitet, die historisch als feminin oder minderwertig kodiert wurden, wie Filzen, Sticken und Häkeln, erzählt er Geschichten, die nicht vergessen werden sollten. Für ihn ist das Erzählen ein Akt des Widerstands.
Pierre-Yves Delannoy studierte Architektur, Bildende Kunst und Performance in Deutschland, Frankreich, Belgien und Chile. 2025 erhielt er den Bayerischen Atelierpreis. Seine Arbeiten wurden im Kunstverein München, der Lothringer Halle 13, dem Kunsthaus Kaufbeuren, dem Haus der Kunst und der Kunsthalle Trier gezeigt, sowie in Paraguay, Mexiko und Belgien.