Teresa Retzer
Teresa Retzer ist Kuratorin, Autorin und Kritikerin mit einem Hintergrund in Kunstgeschichte, Philosophie, und Medientheorie, ausgebildet in Wien, Siena, Zürich und Basel. Ihre Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Live-Kunst – Neuen Medien, Performance und diskursiven Formaten.
Sie kuratierte u.a. am ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe und am Haus der Kunst München, arbeitete am Performance-Programm der Manifesta 11 in Zürich und schuf freie Projekte in Amsterdam, Berlin, Wien und internationalen Kontexten. Ihre Texte erscheinen in Katalogen und internationalen Magazinen; zudem hält sie Vorträge und spricht auf Panels zu digitaler und technologiebasierter Kunst, Krypto-Praktiken, und zu aktuellen sozio-politischen Themen, die künstlerische Bewegungen formen. Seit 2017 untersucht sie rechtsextreme Subkulturen in Deutschland, Europa, und den USA und bringt diese Recherchen in freie kuratorische Projekte ein.
Eine prägende Erfahrung war ihre Tätigkeit beim NGO Artists at Risk (AR) in Kooperation mit dem Goethe-Institut und dem Auswärtigen Amt, wo sie insbesondere Künstler*innen aus Afghanistan und der Ukraine dabei unterstützte, sichere Orte zum Leben und künstlerischen Arbeiten zu finden. Sie bezieht die politischen und sozialen Rahmenbedingungen künstlerischer Produktion konsequent in ihre Arbeit ein und reflektiert die globalen Strukturen des Kunstsystems kritisch. Ihr Interesse gilt verstärkt künstlerischen Positionen, die gesellschaftliche und politische Dringlichkeiten verhandeln und über rein ästhetische Fragestellungen hinausweisen.
Ihre kuratorische Vision setzt auf Inklusivität, Zugänglichkeit und die Entwicklung responsiver Kunsträume, die Austausch, Reflexion, Nähe und kollektives Lernen fördern. Für sie ist digitale und zeitbasierte Kunst bzw. Performance, Tanz, und Theater – Kunstformen, die gemeinsame Erfahrungsräume schaffen – Werkzeug, um Wissen zu vermitteln, vielfältige Öffentlichkeiten einzubeziehen und gesellschaftliche Herausforderungen kritisch zu verhandeln.