Frankfurter Hauptschule

Die Frankfurter Hauptschule ist ein zwanzigköpfiges Kunstkollektiv, das sich 2013 an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main zusammenfand. In den vergangenen Jahren ist die Gruppe vor allem mit medienwirksamer Aktionskunst in Erscheinung getreten. 2024 gewann sie den Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarktes für ihren Text „2x241 TITEL DOPPELT SO GUT WIE MARTIN KIPPENBERGER“. Im Werkraum gibt die Frankfurter Hauptschule nun ihr Regiedebüt und inszeniert den eigenen Text selbst. 2026 folgt die Schweizer Erstaufführung durch das Theater Basel.

2022 eröffneten die Künstler*innen ihre Einzelausstellung „kANzELKuLTuR“ im Neuen Aachener Kunstverein, in der sie den Zusammenhang von Esoterik und Faschismus vor dem Hintergrund der Querdenken-Demonstrationen untersuchten. Eingeladen vom Theater Oberhausen sorgte die Frankfurter Hauptschule 2020 mit ihrer Intervention „Bad Beuys go Africa“ für ein internationales Medienecho: Sie fingierten den Diebstahl einer Beuys-Skulptur sowie deren Überführung in ein ethnologisches Museum in Tansania als Gaga-Geste der Restitution kolonialer Beutekunst. 2018 empörte sich Frankfurts Polizeipräsident über das Kollektiv, das einen ausgebrannten Streifenwagen ins Frankfurter Bahnhofsviertel gestellt hatte, um auf das rigide Vorgehen der Ordnungsbehörden gegen Drogenabhängige hinzuweisen.

Seit 2021 lehrt das Kollektiv an der Universität der Künste Berlin. Seit 2024 wird die Gruppe vom Verlag henschel SCHAUSPIEL vertreten. 2026 erscheint ein Katalog über die ersten zehn Jahre der Frankfurter Hauptschule bei DISTANZ und ihr Lehrstück „MOTOR“ bei Merve, eine Weiterführung von Bertolt Brechts „Maßnahme“ und Heiner Müllers „Mauser“, das sie in der Spielzeit 26/27 am Staatstheater Kassel inszenieren. Ihr Stück „KAFKA KITANO KASTLE“, eine Vermengung von Kafkas unvollendetem Roman „Das Schloss“ und der japanischen Gameshow „Takeshi’s Castle“, wird kurz darauf ebenfalls in eigener Regie am Landestheater Tübingen uraufgeführt.