Jutta Burkhardt
Jutta Burkhardt studierte Bühnen- und Kostümbild bei Herbert Kapplmüller am Mozarteum in Salzburg. Bereits während ihres Studiums arbeitete sie als Bühnenbildassistentin am Münchner Residenztheater, am Berliner Ensemble, am Staatstheater Stuttgart und am Wiener Burgtheater. Ihr Denken war geprägt von einem frei-künstlerischen, interdisziplinären Ansatz. Nach ihrem Abschluss 1996 entwickelte sie Raum- und Videokonzepte für verschiedene Theater in Deutschland, Österreich und Italien.
Auch als bildende Künstlerin war sie in zahlreichen Ausstellungen vertreten. Ihre Arbeiten wurden u.a. von der Erwin und Gisela von Steiner Stiftung, der GEDOK, der Stadt München und dem Freistaat Bayern prämiert.
Mit heiterem Gemüt und bissigem Witz erkundet sie in der Tradition der Surrealisten die hybride Wirklichkeit des Alltags, einschließlich Rollenzuweisungen, Phänomenen des Unbewussten, pseudowissenschaftlichen Entwicklungen und körperlichen Tabus. Sie hat sich nie auf ein einziges Medium beschränkt, auch Zeichnung, Fotografie und Videokunst sowie Raumillusionstapeten-Installationen bilden einen Schwerpunkt in ihrem Werk.
Für die Ausstellung „Desperate Housewives?“, die durch Kulturinstitutionen in ganz Deutschland tourte, entwarf sie eine Modekollektion von Reinigungsutensilien und inszenierte diese und sich selbst in lasziven Situationen für werbeteaserartige Videos. Aus ihren Tuschezeichnungen entwickelte sie Rauminstallationen, wie in der Ausstellung „The Big Sleep“ 2019 im Haus der Kunst München. Zuletzt waren ihre Arbeiten in der Einzelausstellung ‘hinterland’ (2020) in der Artothek München zu sehen, außerdem war sie in den Ausstellungen ‘Reset?!’ (2021) im Kunstmuseum Ahlen und in ‘Paradise Lost Gendershift’ (2021) im Diözesanmuseum Freising vertreten. Im Jahr 2022 starb sie an Krebs. Sie wird von der Galerie BELLEPARAIS, München, vertreten.