MK:

Digitales Programmheft „Meister und Margarita“

Glauben Sie wenigstens an den Teufel!

Wie kommt das Böse in die Welt? Jedenfalls geht der Teufel um in der Stadt. Zusammen mit seinen zwei Gehilfen – einer von ihnen in Gestalt eines Riesenkaters – wirbelt er die Gesellschaft gehörig durcheinander. Das diabolische Trio entlarvt korrupte Gier, Verrat und Heuchelei. Verschont werden nur Margarita und ihr Geliebter, der Meister, Autor eines verbotenen Romans über den römischen Prokurator Pontius Pilatus. Als größte aller Sünden auf der Welt benennt der Meister darin: die Feigheit. Diese attestiert Jeschua seinem Richter Pilatus, der wider besseren Wissens für die Staatsdoktrin das Todesurteil bestätigt. Jeschua sagt, dass „jede Form der Macht immer auch Gewalt gegen den Menschen ist, und dass die Zeit kommen wird, in der weder Cäsaren noch sonst irgendwer etwas befiehlt. Der Mensch wird eintreten ins Reich der Wahrheit und Gerechtigkeit, wo es keiner Gewalt mehr bedarf.“ So etwas darf nicht öffentlich gesagt werden.

Michail Bulgakow, 1891 in Kyiv geboren, stirbt 1940 in Moskau, wo er seit 1928, unter stalinistischer Repression und Zensur „zum Schweigen verdammt“, ohne Aussicht auf Veröffentlichung an seinem Roman schrieb. Ein Schriftsteller in Isolation imaginiert sich einen Teufel, der die Verhältnisse eines autokratischen Systems zum Tanzen bringt. Und mit Margarita einen Pakt schließt, der sie letztendlich wieder mit dem Meister vereint. Der Teufel, „als ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“, wird zum selbstermächtigenden Stellvertreter für den Meister – und auch für Michail Bulgakow: „Es gibt keinen Schriftsteller, der verstummt. Wenn er verstummt, war er kein wirklicher Schriftsteller und wenn ein wirklicher Schriftsteller verstummt ist, muss er sterben.“

Als „Meister und Margarita“ dann postum 1966 erschien, wurde der Roman Kult: Viele lernten ihn auswendig, die zensierten Stellen kursierten im Untergrund. Dieser realphantastische, sprachmächtige Roman ist ein Labyrinth, in das man hinein-, aber nur schwer wieder hinausfindet, ist Rausch und Anarchie, ist finster und komisch, ergreifend, verwirrend und erhellend.

„Die Demokratie ist kein Geschenk Gottes, das uns auf ewig zusteht, sie wurde von Menschen erkämpft, die uns vorausgingen. Wenn wir sie nicht respektieren und nicht weiter für sie kämpfen, kann sie leicht zusammenbrechen.“  

Maria Aljochina

Political Girl PUSSY RIOT. Leben und Schicksal in Putins Russland

… sondern Henry Hübchen

Von Carl Hegemann

Sympathy for the devil

Please allow me to introduce myself I’m a man of wealth and taste
I’ve been around for a long, long year Stole many a man’s soul and faith

I was around when Jesus Christ
Had his moment of doubt and pain Made damn sure that Pilate
Washed his hands and sealed his faith

Pleased to meet you Hope you guess my name But what’s puzzling you
Is the nature of my game

I watched with glee while your kings and queens Fought for ten decades for the gods they made I shouted out “who killed the Kennedys”
When after all it was you and me

I rode a tank, held a general’s rank When the Blitzkrieg raged
And the bodies stank

Pleased to meet you Hope you guess my name But what’s puzzling you
Is the nature of my game

Just as every cop is a criminal
and all the sinners saints
As heads is tails, just call me Lucifer ‘Cause I’m in need of some restraint

So if you meet me, have some courtesy Have some sympathy and show some grace Use all your well-learned politeness
Or I’ll lay your soul to waste, mm yeah

Pleased to meet you Hope you guess my name But what’s puzzling you
Is the nature of my game

The Rolling Stones - Sympathy For The Devil (Official Video) von 1968

Die zerbrochene Realität

Ein Gespräch zwischen Boris Groys und Carl Hegemann

hanser-literaturverlage.de&...

Karl Schlögel nimmt in seinem historischen Meisterwerk Bulgakows „Meister und Margarita“ zum Ausgangspunkt seiner Navigation durch das Moskau zur Zeit des Stalinismus. Im ersten Kapitel „Margaritas Flug“ erzählt er von einer Zeit, in der Terror und Traum fließend ineinander übergingen.

Burning Moonlight   


It’s just the sort of mood I’m in

Burning moonlight, like fire, like food

Think about it as hard as you can

What does it mean? What’s the plan?

Is it what we say it is?

Is it right?

I’m walking in fire

I’m burning moonlight              

Burning moonlight to survive

Walking in fire is my life 

It seems I nearly had a plan

My thoughts come one by one

Wherever I go, I’m alone

I’m walking through fire, no one can know

Though I love the light

Is it what we say it is?

Is it right?

I’m walking in fire

I’m burning moonlight,

Burning moonlight to survive

Walking in fire is my life      

Marianne Faithful

Marianne Faithfull - Burning Moonlight (Official Lyric Video)