Nosferatu lebt!
Zur unheimlichen Karriere eines besonderen Vampirs
Von Frank Schmidt
„Phantome der Nacht. 100 Jahre Nosferatu“. Unter diesem Titel organisierte 2022 die Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin eine Ausstellung und publizierte einen Katalog, in dem die Wechselbeziehungen des Films zur bildenden Kunst eindrucksvoll beleuchtet wird. Einer der Co-Herausgeber, der Kunsthistoriker Frank Schmidt hat uns großzügig seinen darin veröffentlichten Aufsatz über die „Unsterblichkeit eines Phantoms“ in einer überarbeiteten, längeren Version zur Verfügung gestellt.
Im Jahr 1953 erschien in Paris die erste Auflage von Adonis Kyrous Abhandlung zum Surrealismus im Kino. (1) Zu den besprochenen Filmen zählt Wilhelm Murnaus Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens, der aufgrund seiner albtraumhaft anmutenden Bilder eine Verwandtschaft zu surrealistischen Werken aufweise. In diesem Zusammenhang stellt Kyrou die Frage, welcher Schauspieler sich eigentlich hinter der Hauptfigur verborgen habe. Immerhin sei dessen Identität nie enthüllt worden. Im Sinne einer übergeordneten Bedeutung lässt der Autor die mögliche Erklärung gleich folgen: »Ist es gar Nosferatu selbst?« (2)
Nun ist bekannt, dass die Rolle des Grafen Orlok von dem aus Berlin stammenden Max Schreck verkörpert wurde, der als Bühnenschauspieler unter anderem in Frankfurt am Main und unter der Intendanz von Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin gewirkt hatte, bevor er 1919 an die von Otto Falckenberg geleiteten Münchner Kammerspiele wechselte. Im Herbst 1921, also im Jahr des Nosferatu-Drehs, war Schreck dort als Harpagon in Molieres Der Geizige zu sehen, wobei eine Fotografie, die ihn in der Rolle zeigt, durchaus an Murnaus Vampir denken lässt. (3) Obwohl also die Identität des Darstellers geklärt ist, erscheint die Frage Kyrous verführerisch, mutet Schrecks Performance als Vampir doch so irrational an, dass sie sich schwer mit dem Spiel eines menschlichen Akteurs übereinbringen lässt.
Murnaus Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens war die erste, noch unautorisierte Adaption von Bram Stokers Dracula und begründete 1922 den Siegeszug der Vampire auf der Leinwand. (4) Seitdem haben sich die Blutsauger als dominante Akteure des Horrorgenres durchgesetzt, wobei sich ihre Popularität auch der Tatsache verdankt, dass keine andere Filmmonster-Gattung das Böse gleichermaßen anziehend repräsentiert. Als weiterer Erfolgsgarant des Vampirfilms kann die Behauptung des Rationalen im Irrationalen gelten. Insbesondere das Talent der Kreaturen zum Gestaltwandel ist zum Zeichen ihrer komplexen Identität geworden.
Erlaubt sie den Wesen einerseits, sich unerkannt unter den Menschen zu bewegen, bildet sie andererseits die Voraussetzung einer Animalität, die in Raubtieren und parasitären Lebensformen eine Entsprechung findet. Auf diese Weise können uns Vampire als Adlige und Dandys ebenso wie als Fledermäuse, Wölfe und verwesende Monster begegnen. Auf die Spitze getrieben wird diese Verwandlungslust in Francis Ford Coppolas Dracula, (5) aber schon Murnaus Film spielt darauf an, wenn vor dem ersten Auftauchen Orloks ein Werwolf die Wälder der Karpaten durchstreift, sich Scharen von Ratten aus dem Sarg des Grafen ergießen oder räuberische Spinnen und Polypen mit der Figur überblendet werden. (6)
(Abb. 1) »Ein Polyp mit Fangarmen (…) Fast ein Phantom nur…«
Mit der Anpassungsfähigkeit der Geschöpfe haben auch die filmischen Beiträge kontinuierlich mit dem Zeitgeist Schritt gehalten. Die vielfach variierte Anordnung, in der Blutsauger als anachronistische Eindringlinge auf eine zunächst ahnungslose Umwelt treffen, hat dazu beigetragen, dass sich Vampirfilme in zahlreichen Fällen als Kommentar zur eigenen Entstehungszeit lesen lassen. Mobilisierte Schreck in der Rolle des Orlok noch primär xenophobe Ängste (7), setzte sich mit den Dracula-Darstellern Bela Lugosi und Christopher Lee das Bild vordergründig eleganter Verführer durch, die ihre weiblichen Opfer mithilfe hypnotischer Fähigkeiten gefügig machten. (8) Die damit verbundenen Rollenzuweisungen sind längst einem breiten Spektrum an Handlungsoptionen gewichen. Folgerichtig können Vampire heute kapitalismuskritischen Positionen ebenso wie Coming-of-Age-Fantasien Ausdruck verleihen, leiden einige von ihnen, wie ihre Opfer, an Neurosen, Depressionen oder Schuldgefühlen, was sie zu Moralisten und ›Vegetariern‹ werden lässt. (9) All diese Veränderungen finden vor dem Hintergrund einer ausgeprägten Referenzialität statt, ohne die das Subgenre nicht zu denken ist. Im Sinne ewiger Wiederkehr bieten der vertraute Motivkomplex und feststehende Regeln dabei stets eine gewisse Orientierung. Murnaus Film stellt zweifelsohne den Ausgangspunkt dieser Entwicklung dar. Exemplarisch hierfür steht die Erfindung des zersetzenden Sonnenlichts, das erst seit Nosferatu eine existenzielle Bedrohung für die Nachtschwärmer darstellt, fortan aber zur verlässlichen Größe geworden ist.
In zahlreichen Fällen haben Filmschaffende dem Horrorfilmklassiker Tribut gezollt oder von dessen innovativer Bildlichkeit profitiert. In einigen Fällen beziehen sich die betreffenden Werke lediglich auf das Äußere der Figur, in anderen unmittelbar auf das Original. Hierzu zählen Werner Herzogs 1979 entstandene Hommage Nosferatu – Phantom der Nacht ebenso wie Robert Eggers’ aktuelle Produktion Nosferatu – Der Untote, deren deutscher Verleihtitel den Aspekt der Unsterblichkeit besonders hervorhebt. (10) Wiederum folgt E. Elias Merhiges Shadow of the Vampire einer ähnlichen Prämisse wie Adonis Kyrou (11), verpflichtet Friedrich Wilhelm Murnau (John Malkovich) in der alternativen Entstehungsgeschichte mit dem geheimnisvollen Max Schreck (Willem Dafoe) doch einen echten Vampir. Zähneknirschend nimmt der egomanische Regisseur in Kauf, dass der angebliche Stanislawski-Schüler im Verlauf der Dreharbeiten das gesamte Filmteam anzapft – was die Frage aufwirft, wer bei dieser Produktion der eigentliche Blutsauger ist.
Heute bedarf es, um sich vor Nosferatu zu fürchten, nicht mehr der Kenntnis von Murnaus Film. Immerhin ist die Hauptfigur – und mehr noch deren Schatten – in den letzten Jahrzehnten in einer Weise ikonisch geworden und in die Populärkultur eingegangen, dass man ihr kaum mehr entkommen kann. Unzählige Anspielungen in Filmen, Comics, Videospielen, auf Plattencovern und Musikvideos ließen sich anführen. Die nachfolgenden Beobachtungen gehen der anhaltenden Beliebtheit von Nosferatu nach und zeigen neben Entwicklungen, Konstanten und Brüchen in der Rezeption der Figur und ihrer Geschichte auch Ursachen für deren ›Überleben‹ auf.
Once upon a time in Berlin
Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens war der erste Film der 1921 von Enrico Dieckmann und Albin Grau gegründeten Prana Film. Grau, der zum damaligen Zeitpunkt, seiner Visitenkarte zufolge, als »Maler und Werbezeichner« in Berlin firmierte, agierte nicht nur als Produzent, sondern darf auch als kreativer Kopf hinter dem Projekt bezeichnet werden. (12) Er entwarf Kostüme sowie Bauten und zeichnete für die Werbekampagne verantwortlich, die völlig unverhältnismäßig daherkam und schon im Juni 1921 startete – neun Monate vor dem Kinostart. In Artikeln berichtete Grau von den Dreharbeiten in der Hohen Tatra und formulierte das Ziel, mit Nosferatu einen »Film der Intellektuellen« zu kreieren, mit dem das eher theateraffine Bürgertum für das Medium begeistert und die »Spukgestalten eines Felicien Rops, eines Poe, eines E. T. A. Hoffmann« (13) zum Leben erweckt werden sollten. (14) Darüber hinaus erfand der Produzent eine Hintergrundgeschichte, die den Bezug zu Bram Stokers Dracula bewusst unterschlug. (15)
Mit Friedrich Wilhelm Murnau engagierte die Prana einen aufstrebenden Regisseur, dessen Spezialität es war, unter natürlichen Lichtbedingungen zu drehen. (16) Der verpflichtete Drehbuchautor Henrik Galeen hatte zuvor schon mit Paul Wegener an zwei Golem-Filmen (1915 u. 1920) und an Hanns Heinz Ewers’ Der Student von Prag (1913) mitgewirkt. Seine Adaption von Stokers Dracula orientierte sich erkennbar an der Handlung des Romans, allerdings änderte Galeen die Orts- und Personennamen und überführte diese in einen deutschen Kontext. (17) So wird im Film aus dem englischen Whitby das norddeutsche Hafenstädtchen Wisborg und aus Jonathan Harker der Angestellte Thomas Hutter (Gustav von Wangenheim), der nach Transsilvanien aufbricht, um dem Grafen Orlok ein Haus in seiner Heimatstadt zu verkaufen. Mit der Ankunft des Vampirs bricht der Tod über Wisborg herein, allerdings, anders als in der Vorlage, in Form der Pest. Statt eines reinen Blutsaugers ist Orlok also zugleich der Überträger einer gefährlichen Seuche, was dem Film zuletzt eine unerwartete Aktualität verliehen hat. (18)
Am 4. März 1922 wurde Nosferatu im Marmorsaal des Berliner Zoologischen Gartens uraufgeführt, künstlerisch gerahmt von einem »Fest des Nosferatu«. Obwohl der Marmorsaal damals einer der größten Veranstaltungsräume in der Hauptstadt war, handelte es sich doch um eine Notlösung. Zuvor hatte die UFA der konkurrierenden Prana den Zugang zu den konzerneigenen Kinos verwehrt. (19) In der Folge schien dem Film, wie seinen Machern, kein langes Nachleben beschieden zu sein. Die teure Werbekampagne und der nicht wie erhofft eingetretene finanzielle Erfolg von Nosferatu führten schon im Juli 1922 zum Konkurs der Produktionsfirma. Kurze Zeit später geriet die Unsterblichkeit des einzigen Prana-Sprosses vollends in Gefahr. Ein von Florence Stoker, der Witwe des Dracula-Autors, angestrengter Urheberrechtsprozess endete 1925 mit dem Urteil, alle im Umlauf befindlichen Kopien zu vernichten, wozu es glücklicherweise nicht kam. (20) 1930 erschien Orlok dann sogar erneut auf deutschen Leinwänden: Als Die zwölfte Stunde – Eine Nacht des Grauens brachte Waldemar Roger den Film nachvertont, umgeschnitten und um zusätzliche Szenen ergänzt wieder in Umlauf. Der Vampir hörte nunmehr auf den Namen Wolkoff. (21)
Ein Jahr früher war der Film auch in amerikanische Kinos gelangt. 1929 wurde Nosferatu unter anderem in New York, Washington und Detroit gezeigt. Eine zeitgenössische Kritik legt nahe, dass das stumme Werk dort, nach der Einführung des Tonfilms, keine großen Erfolge mehr feiern konnte: »The picture itself is a most morbid and depressing affair without entertainment value. It will not be acceptable anywhere except in the ›arty‹ houses. For the regular picture houses it is a ›bust‹ before it starts.« (22)
Parallel dazu schritten in Hollywood die Vorbereitungen zur ersten offiziellen Dracula-Verfilmung voran, für die zeitweise auch zwei Deutsche gehandelt wurden. Nach dem Erfolg von Paul Lenis The Man Who Laughs (1928) wollte Universal-Boss Carl Laemmle Hauptdarsteller Conrad Veidt für die Titelrolle verpflichten, (23) die Regie sollte einmal mehr Leni übernehmen. (24) Dessen unerwarteter Tod setzte den Plänen ein Ende und Dracula wurde schließlich von Tod Browning realisiert. Mit Bela Lugosi, der Stokers Figur zuvor schon auf der Theaterbühne verkörpert hatte, betrat 1931 ein neuer Typ von Vampir die Leinwand. (25) Die aristokratische, unterschwellig erotische Ausstrahlung des ungarischen Schauspielers sollte die Vorstellung vom untoten Grafen für Generationen prägen.
Nahezu unbekannt ist, dass ausgerechnet die Universal dem deutschen Verwandten zu einem weiteren Comeback auf der Leinwand verhalf. 1932 brachte die Produktionsgesellschaft mit Boo! einen Kurzfilm ins Kino, der parodistisch für die eigenen Horrorproduktionen werben sollte: Der neunminütige Streifen hat sich erhalten und beginnt mit einigen neu geschnittenen, nachvertonten Szenen aus Nosferatu, die einer Verballhornung gleichkommen.
(Abb. 3) Hutters (Gustav von Wangenheim) Gang auf die ›andere Seite‹
Gespenster in Plzeň
Rückblickend lässt sich sagen, dass sich das cineastische Überleben von Nosferatu maßgeblich der frühen Wertschätzung verdankt, die die Surrealisten dem Film unmittelbar nach seinem Erscheinen zuteilwerden ließen. (26) Vor allem der Zwischentitel »Als er die Brücke überquerte, kamen ihm die Geister entgegen« (27), der Hutters (Gustav von Wangenheim) Gang über eine hölzerne Brücke, hinein in den Machtbereich Orlok, beschreibt, findet sich mehrfach in deren Schriften. Als Schlüsselmoment taucht er bei André Breton und Robert Desnos auf, der in den Zeilen die Schwellenfunktion des Kinos zwischen Traum und Wachbewusstsein in paradigmatischer Weise zum Ausdruck gebracht sah. (28)
Ein Artikel des tschechischen Autors Vítězslav Nezval belegt, dass die frühe Würdigung nicht auf den französischen Zweig der Bewegung beschränkt blieb. (29) Der mit Breton bekannte Gründer der tschechoslowakischen Surrealistischen Gruppe hatte Upír Nosferatu 1933 in Prag gesehen und sich im Anschluss euphorisch darüber geäußert, mit welcher Selbstverständlichkeit der Film die Realität des Übernatürlichen behaupte, etwa wenn Hutter sich von seiner Frau Ellen (Greta Schröder) verabschiedet, um in das Land der Gespenster zu reisen: (30) »Es klingt so echt, als würde er sagen: Wir müssen uns verabschieden. Ich fahre nach Plzeň. Es ist dieser dem Absurden entnommene Realismus, der den Film der modernen Poesie so nahe bringt.« (31)
(Abb. 4) »Ich reise weitweit fort in das Land der Diebe und Gespenster.«
Darüber hinaus verdanke sich die surreale Wirkung von Nosferatu der Einbettung aus der Zeit gefallener Objekte, über die es, wie im Falle der schwarzen Kutsche Orloks, gelänge, unsere Träume zu berühren. (32) Wenig überraschend versammelte der Autor synonyme Motive auch in seinem zwei Jahre später verfassten, aber erst 1945 veröffentlichten poetistischen Roman Valerie – Eine Woche voller Wunder, der von den Erlebnissen eines heranwachsenden Mädchens berichtet, deren Leben sich mit dem Auftreten der ersten Menstruation schlagartig verändert. Fortan sieht sich Valerie den unangemessenen Annäherungsversuchen älterer Männer ausgesetzt, stellt sich ihr Alltag als Abfolge bedrohlicher Ereignisse dar, aus denen es kein anderes Erwachen als das in immer neuen Albträumen gibt. Für seine 1970 entstandene, als Spätwerk der Tschechoslowakischen Neuen Welle geltende Verfilmung orientierte sich Regisseur Jaromil Jireš nicht nur an Nezvals Roman, sondern auch an den Einflüssen des Autors: (33) Entsprechend gibt sich der zwielichtige Konstabel (Jirí Prymek), der im Buch als Iltis beschrieben wird, Valerie (Jaroslava Schallerová) hier von Beginn an als ›Verwandter‹ Orloks zu erkennen, der durch seine fahle Gesichtsfarbe und rattenartige Zähne hervorsticht. (34)
(Abb. 5) Jirí Prymek als Wiedergänger Schrecks in Valerie – Eine Woche voller Wunder
Denn die Toten beißen schnell
Sieht man vom prägnanten Äußeren des Monsters ab, hat vor allem Murnaus filmische Ausgestaltung des Irrationalen als konstitutiv auf die weitere Entwicklung des Horrorgenres gewirkt. Beispielhaft hierfür steht jene Szene im Schloss des Grafen, in der der Schatten des Vampirs Besitz von dem zu Tode erschrockenen Hutter ergreift, ein Motiv, das gegen Ende noch eine Steigerung erfährt, wenn sich die Silhouette des Monsters mit immer länger werdenden, spinnenartigen Fingern Zugang zu Ellens Schlafgemach (und Körper) verschafft.
(Abb. 6) Schockstarre im Angesicht des Vampirs
(Abb. 7) Der finale Besuch
Allerdings deutet sich Orloks Macht schon weitaus früher an, genauer in dem von den Surrealisten verehrten – von Murnau mittels auffälliger Brüche und technischer Tricks umgesetzten – Moment des Schwellenübertritts. Wirkt die Welt um Hutter zuvor noch taghell-gelb, ist sie nach dem Gang über die Brücke in bedrohliches Grün getaucht. Im nächsten Augenblick jagt Orloks Kutsche in atemberaubendem, unter Zuhilfenahme von Einzelbildbelichtung umgesetztem Tempo durch einen »Märchenwald« (35), dessen schaurige Anmutung durch die Einfügung von Negativaufnahmen gesteigert wird.
(Abb. 8) »Rasende Fahrt der Kutsche durch weissen Wald!«
Passend dazu findet sich auf der zugehörigen Seite von Murnaus Arbeitsskript die handschriftliche Notiz: »Rasende Fahrt der Kutsche durch weissen Wald!« (36) Die Szenenbeschreibung lässt, wie Knocks (Alexander Granach) vorangegangene Aufforderung »Reisen sie schnell, reisen sie gut junger Freund in das Land der Gespenster«, erahnen, dass bereits Drehbuchautor Henrik Galeen die unnatürliche Beschleunigung ins Bild gesetzt sehen wollte, die, vermittelt durch Stoker, ein weiteres literarisches Vorbild aufruft. (37) Immerhin wird das Eintreffen des Gespanns, das wie im Roman vom verkleideten Grafen gelenkt wird, in Dracula mit der Bemerkung »Denn die Todten reiten schnell…« kommentiert, wobei der Erzähler die Herkunft des Zitats aus Gottfried August Bürgers Leonore kenntlich macht. (38) In der Ballade ersehnt die Protagonistin die Heimkehr ihres in den Krieg gezogenen Verlobten Wilhelm und verkennt, als er eines Nachts vor ihr steht, dass er längst den Tod gefunden hat. Mithin endet der gemeinsame Ausritt des Paares auf dem Friedhof, wo Leonore in das Grab des Verstorbenen gezogen wird.
In Nosferatu nimmt der visuell assoziierbare Verweis mit der Reise des Vampirs zugleich das unheilvolle Ende vorweg, stellt Hutters Begegnung mit den »unheimlichen Gesichte[n]« doch den Auftakt jenes Albtraums dar, der seine Heimatstadt Wisborg ins Unglück stürzen und seine Frau das Leben kosten wird. Darüber hinaus gibt die Kutschfahrt einen Ausblick auf das Verhalten des Vampirs, dessen annähernde Regungslosigkeit immer dann in ihr Gegenteil umschlägt, wenn sein Jagdtrieb erwacht. In diesem Zusammenhang hat Lotte Eisner betont, dass die plötzlichen Angriffe vor allem deshalb so bedrohlich wirken, weil die Figur zuvor »mit einer fast unerträglich werdenden Langsamkeit« (39) auf die Kamera zuschreitet, woraus ein Gefühl der Ausweglosigkeit resultiert. (40)
(Abb. 9) Der mitternächtliche Gast
Jene Gegenüberstellung antithetischer Dynamiken hat die weitere Inszenierung der Untoten im Film maßgeblich beeinflusst. Noch in Robert Eggers’ Nosferatu kommen die von Murnau eingeführten Effekte zur Anwendung, wenn es darum geht, die übermenschlichen Kräfte und animalischen Instinkte der Kreatur wirkungsvoll vor Augen zu führen. Dass sich selbst untypische Genrebeiträge vergleichbarer Mittel bedienen, zeigt Ana Lily Amirpours monochrome Vampirelegie A Girl Walks Home Alone at Night, in der das namenlose Girl (Sheila Vand) Nacht für Nacht die trostlose Ölstadt Bad City durchstreift. (41) Wie Murnaus Kreatur sucht sie ihre Opfer in Gestalt ihrer Silhouette heim, jedoch ist nunmehr der Tschador der Protagonistin dafür verantwortlich, dass sie zum ›lebendigen‹ Schatten der von ihr verfolgten Menschen wird.
(Abb. 10) A Girl Walks Home Alone at Night – nicht ganz allein
Auffällig ist, dass ihre Bewegungen betont langsam ausfallen oder kaum wahrnehmbar sind, wodurch ihre blitzartigen Attacken umso erschreckender erscheinen. Am eindrücklichsten illustriert dies der Angriff auf den Zuhälter und Drogendealer Saeed (Dominic Rains). Nachdem das Girl den Gangster in seine Wohnung begleitet hat, beobachtet sie ihn zunächst ausdruckslos und ohne jede Reaktion. Minuten vergehen, in denen sich Saeed als eigentliches Monster zu erkennen gibt. Als er sich der jungen Frau schließlich nähert und ihr seinen Finger in den Mund schiebt, schlägt sie gnadenlos zu: Im Gegensatz zu Orlok aber, der im Angesicht von Hutters blutender Wunde nur kurz die Fassung verliert, beißt die Vampirin Saeeds Finger unvermittelt ab.
(Abb. 11) Die Vampirin (Sheila Vand) und ihr Opfer, der Zuhälter Saeed (Dominic Rains)
Die Entscheidung ist ebenso sehr eine moralische: Der Biss steht nicht nur für die Entmannung des Kriminellen, der kurz zuvor mit einer identischen Geste eine sexuelle Handlung eingefordert hat; das Girl räumt auch mit den Geschlechterklischees klassischer Vampirfilme auf, in denen für Frauen allzu oft nur die Rolle des wehrlosen Opfers vorgesehen war.
The ›wrong‹ vampire! Aus Orlok wird Krolock
Auch Roman Polańskis 1967 entstandene Genreparodie Tanz der Vampire bedient sich der aus Nosferatu vertrauten Stilmittel und Versatzstücke (42), wenn das Gefährt eines buckligen Gehilfen unerwartet rasant Fahrt aufnimmt oder die Protagonisten eine auffällig drapierte Brücke überqueren müssen, um an ihr Ziel zu gelangen. (43)
(Abb. 12) Die Vampirjäger beim Überqueren der Brücke in Roman Polańskis Tanz der Vampire
Vorrangig orientieren sich Handlung und Look aber an den beliebten Vampirfilmen der britischen Hammer Film Productions. (44) Die Idee zu dem mit Gérard Brach verfassten Drehbuch entstand Polański zufolge bei gemeinsamen Kinobesuchen: (45) »Wenn wir uns in Paris zusammen einen Horrorfilm ansahen, konnten wir beobachten, daß sich das Publikum vor Gelächter bog. Warum also nicht einen Film machen, der die Zuschauer bewußt zum Lachen reizte.« (46)
In diese Richtung weist schon die den Auftakt bildende Schlittenfahrt, nach welcher der von Jack MacGowran verkörperte Professor Abronsius erst einmal aufgetaut werden muss. Gemeinsam mit seinem tollpatschigen Assistenten Alfred (Roman Polański) ist er ins winterliche Transsilvanien gereist, um nach Beweisen für die Existenz von Vampiren zu suchen. Als in einem Gasthaus die Wirtstochter Sarah (Sharon Tate) entführt und kurz darauf ihr Vater Yoyneh (Alfie Bass) angeblich ein »Opfer der Wölfe« wird, nehmen die skurrilen Vampirjäger die Verfolgung auf. Auf Skiern gelangen sie zur Residenz des Grafen von Krolock (Ferdy Mayne) und mitten hinein in die Vorbereitungen zu einem Fest, an dessen Ende Abronsius dafür verantwortlich ist, dass sich »das Böse, das er für immer zu vernichten hoffte, (…) endlich über die ganze Welt ausbreiten« kann.
In der englischen Originalversion wird jenes Fazit von keinem Geringeren als dem Grafen selbst gezogen, was den Ausgang des Films nur noch pessimistischer erscheinen lässt. Mit der Darstellung des Obervampirs karikierte Mayne den autoritären Habitus von Hammer-Dracula Christopher Lee, dessen getragene Ausdrucksweise der in Mainz geborene Schauspieler um einen überzogenen deutschen Akzent ergänzte. Dass er kaum weniger furchteinflößend wirkt als sein Vorbild, ist nicht nur Maynes Ähnlichkeit mit dem Vorbild, sondern auch seinem dämonischen Plan geschuldet.
(Abb. 13) Obervampir von Krolock (Ferdy Mayne) verkündet seine Pläne
Immerhin verkündet von Krolock, nicht weniger als eine Weltherrschaft der Vampire anzustreben. Obgleich Polański die vielsagende Rede mit einem lauten Nieser ad absurdum führt, inszeniert er den deutschstämmigen Adligen doch ebenso als gefährlichen Gegner und belesenen Connaisseur, der Abronsius’ Schriften schon vor dessen Ankunft studiert hat und seinen Gast auf diese Weise an der Nase herumführt. Man denke nur an die Szene, in der der Professor zum ersten Mal auf den Grafen trifft und sich flügelschlagend um Kopf und Kragen redet. Sehr viel bedrohlicher mutet der Ausblick an, der sich zeitgleich der Ausmalung des Raumes entnehmen lässt. Dessen Wände werden von einprägsamen Details aus Pieter Bruegels Triumph des Todes geschmückt, eines Gemäldes also, das ein wahres Panorama unbarmherzigen Tötens entwirft.
(Abb. 14) Bruegels Kaleidoskop des Tötens als prophetischer Wandschmuck
(Abb. 15) Pieter Bruegel d. Ä., Der Triumph des Todes, um 1562, Öl auf Holz. Madrid, Museo del Prado
Es handelt sich um ein Zitat, das – wie Quentin Massys Bildnis einer Grotesken Alten in der Ahnengalerie der Burg – Polańskis Vorhaben unterstreicht, die Hammer-Produktionen nicht nur zu parodieren, sondern ebenso einen »eleganten und optisch attraktiven Film« (47) zu machen, eine Aussage, die an Albin Graus Wunsch zur Etablierung eines intellektuellen Films denken lässt.
Dass Polańskis eigene visuelle Bezugnahmen weit über die britische Horrorschmiede hinaus- und bis auf den frühen Horrorfilm zurückverweisen, verrät nicht zuletzt die Staffage des Personals. Während der Regisseur Abronsius als »schneebestäubten Albert Einstein« (48) in Szene setzte, aber auch auf die Gestalt des Dorfarztes (Jan Hieronimko) in Carl Theodor Dreyers Vampyr – Der Traum des Allan Gray Bezug nahm, wirkt Alfred wie eine getreue Kopie Hutters. (49)
(Abb. 16) Alfred (Roman Polański) flüchtet sich in Abronsius’ (Jack MacGowran) Bett
Besonders frappant sind die Ähnlichkeiten in den Einstellungen, die sich auf Bildideen Murnaus beziehen, etwa wenn Alfred in der Gruft den Sarg des Vampirs öffnet oder vom Turm in den Burghof hinunterschaut.
(Abb. 17) Am Sarg des Grafen
Die Analogien erstrecken sich bis auf das Verhalten der Figur: So parodiert Polański mit seinem Spiel Hutters naives Auftreten geradezu, wenn er immer wieder mit stummfilmhaft aufgerissenen Augen in die Kamera blickt, wobei er seiner Sprache beraubt scheint. Zusätzlich trifft, was Jack Kerouac in Bezug auf Nosferatu als »Chaplin-Tempo« bezeichnet hat, auch auf die Vampirjäger zu. Eingesperrt auf dem Burgturm sprengen sie sich den Weg mit einer alten Kanone frei. Deren Instandsetzung wird im Zeitraffertempo präsentiert, was an die unregulierte Abspielgeschwindigkeit früher Filmvorführungen erinnert.
Die düstere Perspektive und die detailverliebte Ausstattung haben großen Anteil daran, dass es sich bei Tanz der Vampire gleichfalls um einen veritablen Horrorfilm handelt. Bereits das Gasthaus mit seinen verwirrenden Raumanordnungen wird als kafkaesker Ort inszeniert, bevor sich die Situation auf der Burg der Vampire immer weiter zuspitzt. Wie in einem klaustrophobischen Labyrinth verbergen sich dort hinter den zahlreichen Türen statt möglicher Fluchtwege nur immer neue Fallen. Die Situation orientiert sich an Harkers Gefangenschaft auf Draculas Schloss – und einmal mehr an der Adaption Murnaus, der seinerseits versucht hatte, die Paranoia Hutters mittels äußerer Rahmensetzungen und wirkungsvoller Parallelmontagen ins Filmische zu übertragen. Wie aussichtslos die Situation für Abronsius und seinen Assistenten letztlich ist, nimmt die Szene vorweg, in der Alfred vom rasend gewordenen Aristokratensohn Herbert (Iain Quarrier) verfolgt wird. (50) Nachdem er, wie Hutter vor ihm, auf ein kleines Büchlein gestoßen ist, bewahrt ihn der (ansonsten nutzlose) Gedichtband zwar vor dem Biss des Vampirs, macht diesen aber erst recht wütend. Als Alfred seinem Verfolger im Wehrgang der Burg nach kurzer Flucht wieder in die Arme läuft, wird deutlich, dass es aus diesem Gefängnis kein einfaches Entrinnen gibt.
Nicht mit Sicherheit zu sagen ist, ob Polański neben Murnaus Film auch auf das Nosferatu-Drehbuch Henrik Galeens zurückgreifen konnte. Dafür spräche, dass der Regisseur seit 1958 mit Henri Langlois, dem Mitbegründer der Cinémathèque française, bekannt war, der dem jungen Filmstudenten bei seinen Parisaufenthalten Zugang zu den reichen Filmbeständen der Institution verschaffte. In der gleichen Zeit war die als Archivarin der Cinémathèque tätige, zeitlebens um die Aufarbeitung von Murnaus Erbe bemühte Lotte Eisner über dessen Bruder Robert Plumpe in den Besitz des Drehbuchs gelangt, das Murnau während des Drehs verwendet und mit zahlreichen handschriftlichen Anmerkungen versehen hatte. Eine Kenntnis des Textes durch Polański könnte immerhin erklären, warum es sich bei Yoyneh Shagal um einen jüdischen Gastwirt handelt. Eine äquivalente Figur taucht schon in Galeens Skript auf, wenngleich Murnau darauf verzichtete, die negativ konnotierte, als Komplize des Vampirs gezeichnete Gestalt umzusetzen. (51) Demgegenüber lässt sich Polańskis Film auch als Verspottung der in Nosferatu proklamierten Verschwörungstheorien begreifen. Immerhin triumphiert Shagal, noch effektiver als der Satanist von Krolock, über die christlich fundierten Methoden des aus Königsberg angereisten Abronsius, wenn er den verzweifelten Versuch der Magd, ihn mit einem Kruzifix zu bannen, mit einer wegwerfenden Geste und der lakonischen Bemerkung »Have you got the wrong vampire!« abwiegelt.
Von Mumien und Fledermäusen
In Werner Herzogs Nosferatu – Phantom der Nacht dagegen ist der Vampir präsent, lange bevor er selbst die Leinwand betritt. Bereits in der ersten Szene verirrt sich eine Fledermaus in das Schlafzimmer Lucy Harkers (Isabelle Adjani), nachdem ihr das Tier zuerst im Schlaf erschienen ist. Ihr angsterfüllter Ausruf »Ich sehe etwas Grauenhaftes« lässt die Verschränkung von Traum und Wirklichkeit zur Vision sich ankündigender Schrecken werden, ahnen wir doch, welcher Horror die Protagonistin erwartet. (52) Das Motiv der im Zeitraffer heranschwebenden, in Großaufnahme eingefangenen Fledermaus wiederholt sich noch mehrfach im Film. Es handelt sich um ein Zitat, das einmal mehr keine Entsprechung in Murnaus Film hat, sondern auf einer nicht umgesetzten Idee aus Galeens Drehbuch basiert, wo der Schatten einer Riesenfledermaus hinter einer Schlafzimmergardine auftaucht: »Sie wächst in die Höhe. Bald ist es keine Fledermaus mehr! Ein Vampyr? ! Der N O S F E R A T U?!« (53), steht dort zu lesen und es lässt sich nur mutmaßen, dass die Verwandlung die Filmemacher 1922 vor zu große technische Herausforderungen gestellt hätte. Immerhin war noch Herzog gezwungen, für seine Bilder auf Spezialaufnahmen Dritter zurückzugreifen – eine Entscheidung, die angesichts der bei Murnau eingeschnittenen Fremdbilder von Hyänen, Spinnen und fleischfressenden Pflanzen durchaus konsequent wirkt.
Das Motiv deutet an, was Herzog selbst immer wieder betont hat, nämlich dass es sich bei Nosferatu – Phantom der Nacht weniger um ein Remake als vielmehr um eine Hommage an jenen Film Murnaus handelt, der ihn am meisten berührt habe. (54) Die Wertschätzung gegenüber dem Original ist es auch, die Herzog mit dem Regisseur der aktuellen Verfilmung verbindet. So hat Robert Eggers mehrfach darauf verwiesen, dass seine erste Begegnung mit Nosferatu bereits mit neun Jahren stattgefunden habe, woraufhin er mit 17 Jahren eine Theateradaption an seiner örtlichen High School inszenierte.
Bei aller Verehrung entziehen sich beide Regisseure der Verpflichtung, dem Vorbild getreu nachzueifern. So würdigt etwa Herzog neben Galeens Drehbuch auch Stokers Vorlage, indem er den Charakteren ihre ursprünglichen Namen zurückgibt und seinen von Klaus Kinski gespielten Vampir – wie den Dracula des Romans und seit Bela Lugosi in nahezu jeder Verfilmung – den Kindern der Nacht huldigen lässt. (55) Am deutlichsten wird Herzogs Ansatz dort, wo er Murnaus Kompositionen nur mehr durchschimmern und auf Bilder treffen lässt, die genuine Erklärungsansätze für das Tun seiner Akteure liefern. So rufen die Katzen, die zu Beginn andeutungsvoll nach dem Amulett Lucys schlagen, ebenso wie der Schreiber in Renfields Kontor, durchaus noch Kompositionen Murnaus auf, davon abgesehen aber vermag sich die junge Frau hier durchaus zu wehren, ist Jonathan Harker (Bruno Ganz), anders als der willfährig agierende Hutter, selbst ein Getriebener, der den Auftrag, nach Transsilvanien zu reisen, als Chance begreift, der Enge seines Daseins zu entfliehen. Vor diesem Hintergrund wirkt seine finale Verwandlung wie eine selbstgewählte Erlösung – spätestens dann, wenn der frischgebackene Vampir der Hausmagd befiehlt, den ausgelegten Bannkreis zu entfernen, der ihm die Flucht verwehrt. Harker ist längst nicht die einzige Figur, die gegen die für sie vorgesehenen Konventionen ankämpft.
(Abb. 18) Lucy (Isabelle Adjani) bietet Dracula die Stirn
So geriert sich Kinskis Dracula als liebeskranker und mit seinem Schicksal hadernder Vampir. Vor allem aber wird Lucy im Spannungsverhältnis zwischen Handlungs- und Entstehungszeit positioniert. Agiert sie zu Beginn des Films noch in nahezu unerträglicher Weise als passive Ehefrau, löst sie sich, im Unterschied zur aufopferungsvollen Ellen, zunehmend aus dem für sie vorgesehenen passiven Korsett und nutzt einen nächtlichen Besuch Draculas, um ihm bereits vor der abschließenden, quälend langen Opferungsszene furchtlos die Stirn zu bieten. (56)
Was für Herzogs Umgang mit Murnaus Figuren gilt, trifft erst recht für seine Verarbeitung kunsthistorischer Vorbilder zu: Denn obwohl der Regisseur seine Arrangements mit großer Sorgfalt gestaltet, kopiert er die Werke der Romantiker nicht, sondern vermittelt uns eher eine Idee von der Strenge der Zeit, wenn er die Vereinzelung des Individuums inmitten einer übermächtigen Natur inszeniert. Stellvertretend hierfür stehen jene Szenen, in denen der einsame Harker der übermächtigen Bergkulisse der Karpaten gegenübersteht, aber auch die Bilder Lucys, am Meer.
(Abb. 19) Ein ahnungsvoller Strandspaziergang
Die Einstellungen schließlich, in denen sie völlig verloren am nebelverhangenen Strand entlangspaziert, lassen uns begreifen, dass der Mensch der Natur, mit all ihren Gefahren, hilflos ausgeliefert ist – und es kann kaum verwundern, dass Herzogs mächtige Landschaftsinszenierungen, neben jenen Murnaus, auch Eingang in Robert Eggers’ Nosferatu gefunden haben. (57)
Kennzeichnend für Werner Herzogs Version ist die allgegenwärtige Präsenz des Todes, der nicht erst mit der Ankunft des Vampirs über die Menschen hereinbricht, sondern sich schon sehr viel früher – deutlicher als über welke Blumen und Schattenrisse – manifestiert. Hierzu fährt die Kamera im Vorspann elegisch an mumifizierten Leichen entlang, bei denen es sich um die Opfer einer 1833 im mexikanischen Guanajuato ausgebrochenen Choleraepidemie handelt. Wie Murnaus Nosferatu, der unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges und zeitnah grassierender Typhus- und Grippeepidemien entstand, verortet Herzog das Sterben der Menschen somit in einem größeren Zusammenhang, erscheint die von Dracula transportierte Pest bei ihm als Naturkatastrophe und universeller Bestandteil menschlicher Erfahrung, vor der es kein Entrinnen gibt. Passend dazu mutet der Handlungsort Wismar, gedreht wurde in Delft, schon in den ersten Einstellungen wie ausgestorben an, gleichen die Bilder der unbelebten Stadt jenen des Endes, an dem die Seuche die meisten Einwohner dahingerafft hat.
Symbolhaft verkörpert wird die Ausbreitung der Krankheit durch Ratten, die nicht mehr einzeln aus Särgen springen, sondern die Stadt in immer größer werdenden Scharen überziehen. Zu den einprägsamsten Bildern von Herzogs Nosferatu gehören folglich die Szenen, in denen die verbliebenen Einwohner auf dem Marktplatz zusammenkommen, um der Pest gemeinsam zu trotzen. Wenn sie sich feiernd in den Armen liegen, tun sie das in dem Wissen, dass sie an einem Totentanz teilhaben, bei dem jedes Gegenüber die Seuche in sich tragen und den anderen anstecken kann. Gemeinsam mit Lucy werden wir Zeuge dieser Ereignisse und zu einer Tischgesellschaft geladen, die einen Wimpernschlag später bereits dahingerafft worden ist.
Der Vampir als Cineast
Wie weit Nosferatus Schatten noch immer reicht, zeigen Vampirfilme, die den Anschluss an Murnaus ikonische Bilder aus devotionalen Gründen suchen. Hierzu gehört mit The Transfiguration die Coming of Age-Geschichte des irischen Regisseurs Michael O’Shea, in der der jugendliche Blutsauger Milo (Eric Ruffin) als Cineast geschildert wird, der eine riesige Sammlung an Vampirfilmen sein Eigen nennt. (58) Das Filmplakat vereint beide Aspekte, in dem es der Silhouette des Protagonisten den steil aufragenden Schatten Orloks zur Seite stellt. (59)
(Abb. 20) Von Nosferatu bis Tequila Sunrise: Louis (Brad Pitt) geht ins Kino, in Neil Jordans Interview mit einem Vampir
Beinahe poetisch fällt die Verneigung vor Murnau in Neil Jordans Interview mit einem Vampir aus, der 1994 entstandenen Verfilmung von Anne Rices gleichnamigem Roman. (60) Darin kehrt die Hauptfigur, der von Brad verkörperte Vampir Louis de Pointe du Lac, gegen Ende aus Europa in seine Heimatstadt New Orleans zurück. Während er Historie und Monumente des alten Kontinents – verbildlicht durch die Kamerafahrt über eine Kirchruine – hinter sich lässt, entdeckt er in Amerika ein neues Medium und nicht weniger als die kulturelle Kathedrale des 20. Jahrhunderts: Gleich einem Initiationsmoment erlebt er vom Kinosessel aus, wie Graf Orlok zum Leben erwacht, bevor der Hahn kräht und das Sonnenlicht als von Murnau eingeführtes – für Louis aber existentes – Grauen aller Vampire das Monster auf der Leinwand in ein Häufchen Asche verwandelt. Daraufhin wirkt es, als ob der Protagonist allein im Kinosaal zurückbleibt, um in einer berührenden Montage Jahrzehnte von Filmgeschichte an sich vorüberziehen zu lassen. Die Szene dient Jordan nicht nur als Verweis auf die Selbstreferenzialität des Mediums, der Regisseur erinnert uns auch daran, wo die lichtscheuen Geschöpfe in den letzten hundert Jahren ihr eigentliches Zuhause gefunden haben. Nur hier – und im Theater – ist es ihnen vergönnt, am Leben der Menschen teilzuhaben und die Sonne wieder und wieder aufgehen zu sehen. Es ist nur konsequent, dass der erste ›Sonnenaufgang‹, der Louis auf diese Weise widerfährt, Murnaus gleichnamigem Film entstammt. (61)
[Der vorliegende Text ist in einer kürzeren Fassung unter dem Titel »Nosferatus Schatten. Zur Unsterblichkeit eines Phantoms« erschienen in: Jürgen Müller/Frank Schmidt/Kyllikki Zacharias (Hrsg.): Phantome der Nacht. 100 Jahre Nosferatu, Ausst.-Kat. Berlin, Sammlung Scharf-Gerstenberg, Dresden 2022, S. 57–67.]
(1) Adonis Kyrou: Le surréalisme au cinéma, Paris 1953.
(2) « Que se cache-t-il derrière le personnage de Nosferatu? Serait-ce Nosferatu en personne? », Ebd., S. 78.
(3) Molière: Der Geizige. Regie: Rudolf Frank, Münchner Kammerspiele, Premiere: 12.11.1921. Die grundlegende Arbeit zu Schreck stammt von Stefan Eickhoff: Max Schreck. Gespenstertheater, München 2009. Zu dem Stück siehe ebd., S. 420.
(4) Die Erstausgabe erschien 1897 beim britischen Verlag Archibald Constable and Company. Eine deutsche Übersetzung folgte erst 1908 bei Max Altmann in Leipzig.
(5) In Deutschland kam der Film 1992 unter dem Verleihtitel Bram Stoker’s Dracula in die Kinos.
(6) Als Werwolf diente den Filmemachern eine Hyäne.
(7) Zur antisemitischen Konnotation der Figur vgl. Jürgen Müller: »Der Vampir als Volksfeind. Friedrich Wilhelm Murnaus ›Nosferatu‹: ein Beitrag zur politischen Ikonografie der Weimarer Zeit«, in: Fotogeschichte 19 (1999), H. 72, S. 39–58; Marie Mulvey-Roberts: Dangerous bodies. Historicising the gothic corporeal, Manchester 2018, insb. d. Kap. »Nazis, Jews and Nosferatu«, S. 129–178.
(8) Vgl. hierzu u.a. Gunter E. Grimm: »Monster und Galan. Graf Draculas filmische Metamorphosen«, in: Oliver Jahraus/Stefan Neuhaus (Hg.): Der fantastische Film. Geschichte und Funktion in der Mediengesellschaft, Würzburg 2005, S. 41–60.
(9) Paradebeispiel hierfür sind die Verfilmungen von Stephenie Meyers ausgesprochen blutarmer Twilight-Tetralogie (USA 2008–2012), in denen sich die ›guten‹ Vampire von Tierblut ernähren.
(10) Nosferatu – Phantom der Nacht, D/F 1979, Regie: Werner Herzog; Nosferatu – Der Untote (Nosferatu), USA 2024, Regie: Robert Eggers.
(11) Shadow of the Vampire, USA/GB/LUX 2000, Regie: E. Elias Merhige.
(12) Für Graus Behauptung, wonach er an der Dresdner Kunstakademie studiert habe, lassen sich in den dortigen Akten indes keine Belege finden.
(13) Vgl. Albin Grau: Der Film der Intellektuellen, 1921.
(14) Vgl. Albin Grau: »Filmreise zur Hohen Tatra«, in: Film-Tribüne 34/35 (1921), S. 5.
(15) Statt die Rechte für die Verwendung des Stoffes einzuholen, führte er die Idee lieber auf die mündliche Überlieferung eines alten serbischen Bauern zurück.
(16) Ganz allgemein waren die Aspekte, die heute zur besonderen Wirkung des Films beitragen, allen voran die Arbeit an Originalschauplätzen, vor allem der Tatsache geschuldet, dass sich die Prana aufwendige Filmarchitekturen nicht leisten konnte.
(17) Von Interesse ist, dass der Roman im Vorspann trotzdem Erwähnung findet.
(18) Das von Murnau mit Anmerkungen versehene Skript hat sich in der Cinémathèque française erhalten und kaschiert das Vorbild noch weniger stark als der Film: So heißt das Schiff, mit dem der Vampir reist, hier noch, wie im Roman, Demeter – erst im fertigen Film trägt es den Namen Empusa.
(19) Vier Tage nach der Aufführung im Marmorsaal startete Nosferatu immerhin im Primus-Palast im Bezirk Tiergarten.
(20) Infolge des Konkurses wurde der Prozess gegen die DAFU als Rechtsnachfolger der Prana geführt. Vgl. Kevin Jackson: Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens, London 2013, S. 94f. Tatsächlich ist nur ein Fall verbürgt, in dem Florence Stoker eine Aufführung von Nosferatu verhindern konnte: 1925 in ihrem Wohnort London.
(21) Die Nachvertonung beschränkte sich auf eine neue Filmmusik. Dass dieser Fassung kein großer Erfolg beschieden war, belegen spätere Ausführungen Lotte Eisners, die befremdet auf die wiederentdeckte Fassung reagierte. Vgl. Lotter Eisner: Murnau, Frankfurt a. M. 1979, S. 163–180; Enno Patalas: »Nosferatu will nicht sterben«, in: Fritz Göttler (Red.): F. W. Murnau – Nosferatu. Eine Publikation des Kulturreferates der Landeshauptstadt München, München 1987, S. 26–29, hier S. 27.
(22) Motion Picture News, 21. Dezember 1929.
(23) Rolf Giesen zufolge war Veidt auch Murnaus Favorit für die Hauptrolle in Nosferatu. Vgl. Rolf Giesen: The Nosferatu Story. The Seminal Horror Film, Its Predecessors and Its Enduring Legacy, Jefferson (NC) 2019, S. 62f.
(24) Der Mann, der lacht (The Man Who Laughs), USA 1928, Regie: Paul Leni. Vgl. John T. Soister: Conrad Veidt on Screen. A Comprehensive Illustrated Filmography, Jefferson, NC/London 2002, S. 18f., 112f.
(25) Dracula, USA 1931, Regie: Tod Browning.
(26) Nosferatu le Vampire feierte im November 1922 in Paris Premiere. 1927 folgte eine weitere Version, die weitaus weniger Zwischentitel aufwies. Ein in der Cinémathèque française aufbewahrtes Exemplar dieser Fassung gelangte nach dem Zweiten Weltkrieg ins New Yorker Museum of Modern Art. Zu den sich anschließenden Restaurierungsversuchen vgl. Patalas 1987; Luciano Berriatúa: Nosferatu. Un film Erótico – Ocultista – Espiritista – Metafísico, Valladolid 2009, S. 274–308.
(27) « Passé le pont, les fantômes vinrent à sa rencontre » Der Text des deutschen Zwischentitels lautet: »Kaum hatte Hutter die Brücke überschritten, da ergriffen ihn die unheimlichen Gesichte, von denen er mir oft erzählt hat.« Eisner 1979, S. 394.
(28) Besonderen Ausdruck fanden diese Überlegungen in mehreren, im Verlauf der 1920er-Jahre veröffentlichten Artikeln Robert Desnos’. Vgl. Ramona Fotiade: »Automatism and the Moving Image: from verbal to visual metaphor in ›L’Étoile de mer‹«, in: Marie-Claire Barnet/Eric Robertson/Nigel Saint (Hg.): Robert Desnos. Surrealism in the Twenty-First Century, Oxford u. a. 2006, S. 263–284, hier S. 274.
(29) Vgl. Vítězslav Nezval: »Upír Nosferatu«, in: Dílo XXV. Manifesty eseje a kritické projevy z let 1931–1941, Prag 1974, S. 461–466.
(30) Der deutsche Zwischentitel lautet: »Ich reise weitweit fort in das Land der Diebe und Gespenster.« Eisner 1979, S. 394.
(31) Übersetzung nach Nezval 1974, S. 463.
(32) In dieser Hinsicht hebe sich Nosferatu angenehm von den künstlichen, von Nezval als geschmacklos empfundenen Kulissen in Robert Wienes Das Kabinett des Dr. Caligari ab. Vgl. ebd., S. 464.
(33) Valerie – Eine Woche voller Wunder (Valerie a týden divů), ČSSR 1970, Regie: Jaromil Jireš. Im gleichen Jahr entstand mit Anna Procházkovás Hrabě Drakula eine Dracula-Verfilmung für das tschechoslowakische Fernsehen. Sie gilt als erste von einer Regisseurin verantwortete Adaption des Werks.
(34) »Ratz, tsch. tchoř: Synonym für Iltis, Stinkmarder.« Vítězslav Nezval: Valerie und die Woche der Wunder – Poetistischer Schauerroman, Wien/Prag 2018, S. 11, Anm. 1.
(35) Eisner 1979, S. 444.
(36) Ebd.
(37) Beinahe jede Nennung der Kutsche im Drehbuch hebt deren Geschwindigkeit hervor: »Was ist das? Es rast heran. Ruckartig hält es, wie von einer geheimen Kraft bewegt (…) Blitzschnell wirft sich die Kutsche herum. Sie saust davon. (…) Ein wohlbekanntes Gefährt fegt heran und vorbei.« Ebd., S. 443–444.
(38) »One of my companions whispered to another the line from Burger’s ›Lenore:‹—Denn die Todten reiten schnell—(For the dead travel fast.)« Bram Stoker: Dracula, Oxford 2011, S. 13. Bürgers Ballade erschien 1778. Die bei Stoker in Klammern gesetzte Hinzufügung darf als Zugeständnis an die Kutschfahrt verstanden werden.
(39) Lotte Eisner: Die dämonische Leinwand, Frankfurt a. M. 1990, S. 100.
(40) Das damit einhergehende Gefühl der Unentrinnbarkeit verglich Eisner mit der einfahrenden Lokomotive der Brüder Lumiere. Vgl. ebd.
(41) A Girl Walks Home Alone at Night, USA 2014, Regie: Ana Lily Amirpour. Auch in dem schwedischen Coming of Age-Vampirfilm So finster die Nacht (Låt den rätte komma in, SE 2008, Regie: Tomas Alfredson) sorgt der Effekt für einen unverhofften Schockmoment.
(42) Tanz der Vampire (The Fearless Vampire Killers), GB 1967, Regie: Roman Polański.
(43) Zusätzlich ruft sowohl die Gestalt auf dem englischen Verleihposter als auch der Vampir, in den sich der Löwe des MGM-Logos eingangs verwandelt, Orlok noch annähernd in Erinnerung.
(44) Den Ausgangspunkt der Reihe bildete Terence Fishers Dracula (Horror of Dracula) aus dem Jahr 1958.
(45) Brach hatte sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für den Surrealismus begeistert und unter dem Einfluss Benjamin Pérets und André Bretons Kunstwerke angefertigt, bevor er zu Beginn der 1960er-Jahre in Paris auf den Regisseur getroffen war.
(46) Roman Polanski: Roman Polanski, Bern/München/Wien 1984, S. 208.
(47) Polanski 1984, S. 210.
(48) Ebd.
(49) Vampyr – Der Traum des Allan Gray, D 1932, Regie: Carl Theodor Dreyer.
(50) Auch der erfolglose Einbruch in die Gruft der Vampire, in dessen Folge Alfred gezwungen ist, den beschwerlichen Weg über die verschneiten Zinnen gleich mehrfach zurückzulegen, kann als Beleg dafür herhalten.
(51) Vgl. Müller 1999, S. 48. Ein weiteres Motiv das nur im Drehbuch enthalten war, ist der Besuch der Ahnengalerie, durch die Hutter, wie nach ihm Abronsius und Alfred, zu Beginn seines Besuchs geführt werden sollte. Vgl. Eisner 1979, S. 449.
(52) Schon Gottfried August Bürgers Ballade Leonore beginnt mit einem Albtraum, der die Ankunft des Untoten vorwegnimmt. Zuletzt hat Robert Eggers der Haupthandlung seines Nosferatu eine vergleichbare Vision vorangestellt.
(53) Eisner 1979, S. 566.
(54) Vgl. Simon Mizrahi: »Interview with Werner Herzog on Nosferatu« (Entretien avec Werner Herzog, Écran 77/1979, S. 44–46), in: Eric Ames (Hg.): Werner Herzog: Interviews, Jackson (MS) 2014, S. 52–55. Vor Herzog beschrieb schon Lotte Eisner Murnau als »größten Filmregisseur[], den die Deutschen gehabt haben.« Eisner 1979, S. 96.
(55) Allerdings entspricht Herzogs Lucy der Mina in Stokers Roman.
(56) Der aufgeklärten Wissenschaft in Person des altersschwachen Dr. van Helsing bleibt dagegen nur die Rolle des passiven Beobachters, der Lucys eindringlichen Warnungen keinen Glauben schenken will und so am Ende nur noch den bereits besiegten Vampir pfählen kann. In dieser Hinsicht unterscheidet er sich nicht vom gleichfalls ineffektiv agierenden Abronsius.
(57) Neben vielen Verweisen auf Murnaus Original und den Gothic Horror der 1960er-Jahre bezieht sich Eggers auch mehrfach auf Bram Stoker’s Dracula (Dracula, USA 1992, Regie: Francis Ford Coppola).
(58) The Transfiguration, USA 2016, Regie: Michael O’Shea.
(59) Auch in den populärsten Reihen der jüngeren Vergangenheit, den Twilight-Filmen und Joss Whedons TV-Serie Buffy – Im Bann der Dämonen, verweisen Nosferatu-Plakate auf die Traditionslinie.
(60) Interview mit einem Vampir (Interview with the Vampire: The Vampire Chronicles), USA 1994, Regie: Neil Jordan.
(61) Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen (Sunrise – A song of two humans), USA 1927, Regie: Friedrich Wilhelm Murnau.
Abbildungsnachweis
Screenshots Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (Blu-ray Universum Film): 00:49:43 (Abb. 1), 00:22:24 (Abb. 3), 00:10:45 (Abb. 4), 00:37:38 (Abb. 6), 01:29:14 (Abb. 7), 00:24:01 (Abb. 8), 00:35:59 (Abb. 9); Screenshot Shadow of the Vampire (DVD Splendid Film): 00:46:33 (Abb. 2); Screenshot Valerie and Her Week of Wonders (Blu-ray Criterion Collection): 00:49:41 (Abb. 5); Screenshots A Girl Walks Home Alone at Night (Blu-ray capelight pictures / AL!VE): 00:48:28 (Abb. 10), 00:24:40 (Abb. 11); Screenshots The Fearless Vampire Killers (Blu-ray Warner Archive): 00:37:48 (Abb. 12), 01:26:57 (Abb. 13), 00:42:34 (Abb. 14), 00:50:14 (Abb. 16), 01:07:17 (Abb. 17); gemeinfrei (Abb. 15); Screenshots Nosferatu the Vampyre (DVD Anchor Bay): 01:17:04 (Abb. 18), 00:37:52 (Abb. 19); Screenshots Interview with the Vampire (DVD Warner) 01:46:38 (Abb. 20)