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„Die Situationen verändern sich, die Menschen, ihre Beziehungen zueinander. Man darf nichts erstarren lassen.“ (Therese Giehse)
Widerstand üben — Rassistisch motivierte Hetze nimmt zu und ihre politische Instrumentalisierung findet zunehmend gesellschaftliche Resonanz. Sie bedroht Pluralität, Offenheit und Demokratie. Rassismus beginnt aber nicht erst dort, wo Menschen offen rechtsextreme Positionen vertreten. In zwei spielerischen Workshops wollen wir herausfinden wie Machtstrukturen erkannt werden und wie wir uns ihnen entgegensetzen können.
Workshop 1
Theater zwischen Recherche, Wirklichkeit und Bühne
mit Enes Şahin und Christine Umpfenbach
Am 22. Juli 2016 erschoss ein 18-Jähriger aus rassistischen Motiven neun Menschen am Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ): Armela, Can, Dijamant, Guiliano, Hüseyin, Roberto, Sabine, Selçuk und Sevda. Fast alle der Ermordeten sind in München geboren und aufgewachsen. Sechs der neun Todesopfer sind Muslime, ein Todesopfer ist Roma und ein Todesopfer ist Sinto.
Wie lässt sich ein solches Ereignis auf der Bühne verhandeln? Welche Geschichten werden erzählt, welche Stimmen bekommen Raum und wie geht man mit dokumentarischem Material und den Perspektiven der Betroffenen um?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch „Offene Wunde“, eine gemeinsame Arbeit der Regisseurin Christine Umpfenbach und des Schauspielers Enes Şahin am Münchner Volkstheater. Das dokumentarische Theaterstück erzählt aus der Perspektive der Angehörigen des Attentats am OEZ.
Mit Texten, Bildern, Recherchematerial und Improvisationen geht es im Workshop um die Frage, wie gesellschaftliche Realität auf der Bühne sichtbar werden kann, welche Verantwortung damit verbunden ist und was die Mittel des Theaters dabei leisten können.
Workshop 2
Das Archiv als Instrument: Die Politik des Klangs im öffentlichen Raum
mit Talya Feldman
Der Workshop untersucht die Rolle des Klangs als politisches und soziales Instrument für Erinnerung, Gerechtigkeit und Wandel. Anhand von Listening sessions und Diskussionen rund um Stimme, Musik und aufgezeichneten Klanglandschaften, untersuchen wir, wie wir Machtstrukturen überwinden oder ihnen entgegentreten können. Wir fragen uns: Wer und was wird im öffentlichen Raum verstärkt, und wer und was wird zum Schweigen gebracht? Wie wird Klang eingesetzt, um von rechtsextremer Gewalt betroffene Gemeinschaften sichtbar zu machen oder sie zu unterdrücken? Ihr lernt Grundlagen, Werkzeuge und Plattformen zur Klangkomposition kennen und könnt eure eigenen Klangcollagen komponieren. Vorkenntnisse im Bereich Sounddesign sind nicht erforderlich. Die Teilnahme mit einem Laptop wird dringend empfohlen.
- Workshop 1 Enes Şahin, Christine Umpfenbach
- Workshop 2 Talya Feldman
Termine & Tickets
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Fr 20.11. 16:00
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Sa 21.11. 11:00
- Glasspitz & Probebühne
- 20. & 21.11.2026
- Workshop 2 findet auf Englisch statt
- Für Workshop 2 ist ein Laptop notwendig
- Bis 30 Jahre
- Kostenfreie Anmeldung unter mitmachen@kammerspiele.de