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Tagung zu Theater, deutsch-jüdischer Geschichte und NS-Erbe
Die Münchner Kammerspiele feiern im Herbst 100 Jahre im Schauspielhaus in der Maximilianstraße – aber, was oder wen gibt es aus historischer Sicht zu feiern? Die Tagung blickt auf die Geschichte der Kammerspiele in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und diskutiert sie im Kontext einer ambivalenten wie gewaltvollen deutschsprachigen (Theater-)Geschichte. Gegründet als Privattheater von jüdischen Unternehmerfamilien, spiegeln die Kammerspiele exemplarisch eine deutsch-jüdische Theaterkultur, die um 1900 prosperierte und auch die avancierten Theaterexperimente der Weimarer Zeit mitprägte. Im Nationalsozialismus wurde diese Kultur ausgelöscht, ihre Akteur*innen verfolgt und ermordet, deren Infrastrukturen nationalsozialistisch angeeignet. Nach 1945 waren die vormaligen Verflechtungen deutsch-jüdischer Kultur nur als „negative Symbiose“ (Hannah Arendt) zu denken. Personelle und ideologische Kontinuitäten, Antisemitismus und Schuldabwehr prägten auch die Theater der frühen Nachkriegszeit. Expert*innen der Theater- und Musikwissenschaft, der Jüdischen Geschichte und Antisemitismusforschung diskutieren gemeinsam mit Theaterpraktiker*innen ihre Perspektiven auf diese (Theater-)Geschichte. Diese weisen über die Geschichte der Kammerspiele im engeren Sinn hinaus und in die Kultur- und Ideenlandschaft des 20. Jahrhunderts wie auch in die Gegenwart hinein: Wie erinnern, was befragen wir 2026?
In Kooperation mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
Termine & Tickets
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Do 8.10.
Studiobühne LMU -
Fr 9.10. 16:00 – 17:30
Werkraum
- Studiobühne & Werkraum
- 8. & 9.10.2026