Morgen, 8.2.
11:00 – 13:30
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Morgen, 8.2.
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MK:

(Dis)comfort Zones: Antisemitismuskritik in Kunst und Kultur

Konferenz für neue Wege praxisbezogener Antisemitismuskritik in den Künsten

 Therese-Giehse-Halle
 8.2.2026
 Auf Deutsch
 Kostenlose Zählkarten
 Therese-Giehse-Halle
 8.2.2026
 Auf Deutsch
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Die Künste sind seit Jahrhunderten ein einflussreicher Wissensspeicher für antisemitische Narrative und Bildwelten. Wie kann es Kunst- und Kulturinstitutionen gelingen, sich produktiv und kompetent mit diesen tradierten Vorstellungen auseinanderzusetzen – und wie kann daraus ein antisemitismuskritisches Arbeiten in der Praxis etabliert werden? Welche Strukturen braucht es dafür, und wie kann Kulturpolitik deren Aufbau unterstützen?

Diese Konferenz möchte eine Richtungsumkehr vornehmen: jenseits medialer und gesellschaftlicher Dynamiken, die Institutionen unter Druck setzen und verunsichern, möchten die „(Dis)comfort Zones“ zur konstruktiven Antisemitismuskritik ermutigen.

Lectures, praxisbezogene Workshops und Panels werfen ein Licht auf bestehende Ansätze und stärken einen kritisch offenen Umgang mit der Thematik. Außerdem bieten die diversen Formate eine kommunikative Plattform für Leitungsverantwortliche, Künstler*innen und Mitarbeitende an Kunst- und Kulturinstitutionen, sich zu allen Fragen und Problemen zu vernetzen und zu stärken.

Teil 1: Keynote und Lecture Performance
11:00 – 11:10
Begrüßung & Eröffnung
Mit: Stella Leder (Institut für Neue Soziale Plastik), Barbara Mundel (Intendantin Münchner Kammerspiele)
11:10 – 11:30
„Im Bann der Kunst. Antisemitismus in unterschiedlichen Vorstellungen und Perspektiven“
Keynote von Doron Rabinovici, Autor und Historiker
11:30 – 13:30
Lecture Performance LITERATUR
Antisemitismus und Kanon I – Literarische Moderne

Die beiden Literaturwissenschaftlerinnen Prof. Dr. Mona Körte (Universität Bielefeld) und Prof. Dr. Ethel Matala de Mazza (HU Berlin) erzählen in ihrer dialogischen und unterhaltsamen Lecture Performance von antisemitischen Narrativen in Texten der Weltliteratur. Anhand von Liebesgeschichten zwischen Jüdinnen*Juden und Nicht-Jüdinnen*Juden – gelesen vom Ensemble der Münchner Kammerspiele – werden hartnäckige antisemitische Stereotype über die Jahrhunderte deutlich: Von E.T.A. Hoffmann über Thomas Mann bis Bernhard Schlink.

13:30 – 14:30
Pause mit Catering für Konferenzteilnehmer*innen
Teil 2: Workshops
14:30 – 16:30
Workshop THEATER
Antisemitismus, Institution & Kanon II – (Erinnerung an den) Nationalsozialismus

Mit: Barbara Mundel (Intendantin Münchner Kammerspiele), Esther Slevogt (Autorin, Theaterkritikerin), Jan Lazardzig (Theaterwissenschaftler, FU Berlin) Moderation: Eva Marburg (Institut für Neue Soziale Plastik)

Deutsche Theatergeschichte war immer jüdisch geprägt. Deportation, Ermordung oder die Flucht ins Exil von jüdischen Theaterkünstler*innen im Nationalsozialismus führte zu einem kulturellen Bruch, der nach 1945 genutzt wurde: Jüdisches (Theater)Erbe wurde vergessen, unsichtbar gemacht oder gezielt für eigene Interessen umgedeutet. Die Folgen dieser Verdrängungsprozesse prägen bis heute – thematisch, künstlerisch und institutionell. Nach einem Gang mit der Intendantin Barbara Mundel zur „Bibliothek der Schicksale“, dem Erinnerungsort der Münchner Kammerspiele, erörtert das Workshopgespräch – anhand weiterer Beispiele – die Chancen und Möglichkeiten einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Institutionsgeschichte.

14:30 – 16:30
Workshop BILDENDE KUNST
Antisemitismus, Institution & Kanon III – Antisemitismuskritisches Kuratieren

Mit: Dorothee Richter (Kunstwissenschaftlerin, Professorin für Kuration)

Kurator*innen sind immer wieder mit schwierigen Situationen konfrontiert: mal wird eine Veranstaltung gestört oder verhindert, mal drohen Künstler*innen ihre Arbeiten zurückzuziehen, weil andere Künstler*innen untragbar erscheinen oder ein*e Kurator*in findet sich plötzlich in einer Umgebung wieder, in der (möglicherweise) antisemitische Narrative oder Motive reproduziert werden. Anhand einiger Fallbeispiele wird in dem Workshop besprochen, wie man diesen Situationen begegnen könnte und es werden hierfür Lösungsmöglichkeiten erprobt. Es gilt dabei, aus einer Art „Angststarre“ herauszutreten und auch mit denjenigen künstlerischen oder kuratorischen Positionen umzugehen, die als problematisch markiert werden könnten. Neben Material zur historischen Einordnung soll durchgespielt werden, wie gemeinsame Probleme gelöst und den jeweiligen Situationen mit Strategie gegenübergetreten werden kann.

14:30 – 16:30
Workshop KULTURINSTITUTIONEN
Antisemitismus, Institution und Gegenwart I – Kulturangriff von Rechts

Mit: Florian Hiermeier (Fachstelle für Demokratie München), Clara Weyde (Schauspieldirektorin, Theater Magdeburg), Matthias Köhler (Regisseur, Schauspiel Erlangen), Natalie Baudy (Dramaturgin, Schauspiel Erlangen)

Kunst- und Kultureinrichtungen rücken immer häufiger in den Fokus der extremen Rechten. Vermeintliche „globalistische“ und „kulturmarxistische“ Eliten werden als Feindbilder markiert. Ziel ist eine „Entsiffung“ des Kulturbetriebs, der künftig allein der Stiftung „nationaler Identität“ dienen soll. In dem Workshop wollen wir uns damit auseinandersetzen, welche Strategien dem Kulturkampf von rechts zugrunde liegen, inwiefern dabei auf antisemitisch konnotierte Begriffe und Konzepte zurückgegriffen wird und wie sich Kultureinrichtungen in einem zunehmend autoritären gesellschaftlichen Klima als Orte der Reflexion, Kritik und Ambiguität behaupten können. Zu Beginn des Workshops wird das Schauspiel Erlangen seine kommende Uraufführung "Brauner Schnee über Franken" vorstellen, mit der das Theater den rechtsextremen und antisemitischen Mord an dem Rabbiner Shlomo Lewin und seiner Partnerin Frida Poeschke im Jahr 1980 in Erlangen thematisiert.

16:30 – 17:00
Pause mit Catering für Konferenzteilnehmer*innen
Teil 3: Abschluss und Ausblick
17:00 – 19:00
Panel KULTURPOLITIK
Antisemitismus, Institution und Gegenwart II – Was braucht es jetzt?

Prominente Vertreter*innen von Kunstinstitutionen diskutieren darüber, wie ein antisemitismuskritisches Arbeiten in der Praxis etabliert werden kann, welche Strukturen es dafür braucht und welche Rolle die Kulturpolitik dabei spielen muss.

Mit: Barbara Mundel (Münchner Kammerspiele), Mirjam Wenzel (Jüdisches Museum Frankfurt), Daniel Kühnel (Symphoniker Hamburg), Anton Biebl (Bayerische Staatsgemäldesammlungen)

Moderation: Eva Marburg (Institut für Neue Soziale Plastik)

In Kooperation mit dem Institut für Neue Soziale Plastik. Gefördert durch die Stiftung EVZ und das Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.
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Am Samstag, den 7.2. gibt es von 11:00 – 16:00 Uhr die Möglichkeit bei einem kostenlosen Einführungsworkshop des Instituts für Neue Soziale Plastik „Gerücht und Gewalt – Antisemitismus in künstlerischen Kontexten“ in der Monacensia teilzunehmen. Anmeldung unter: veranstaltungen@neue-soziale-plastik.org

Von 17:00 – 19:00 Uhr findet ein Netzwerktreffen für jüdische/israelische und antisemitismuskritische Künstler*innen und Kunst- und Kulturarbeitende aller Sparten statt. Anmeldungen unter: veranstaltungen@neue-soziale-plastik.org

Termine & Tickets

  • So 8.2. 11:00 – 13:30

    Teil 1: Keynote und Lecture Performance

  • So 8.2. 11:00 – 19:00

    Die gesamte Konferenz

    evtl. Restkarten an der Abendkasse
  • So 8.2. 17:00 – 19:00

    Teil 3: Abschluss und Ausblick

(Dis)comfort Zones: Antisemitismuskritik in Kunst und Kultur
  • Therese-Giehse-Halle
  • 8.2.2026
  • Auf Deutsch
  • Kostenlose Zählkarten
  • Sie können entweder nur an Teil 1 und/oder Teil 3 des Programms teilnehmen oder die gesamte Konferenz (inklusive Catering in den Pausen und Workshop-Teilnahme) buchen. Welchen der Workshops Sie während der Konferenz besuchen möchten, können Sie am Tag der Konferenz selbst entscheiden.