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Still aus "Waking Up in Silence" • Foto: Mila Zhluktenko
Present Perfect I: Aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland
Lesung, Kurzfilme und Gespräch, u.a. mit Dmitrij Kapitelman und Erica Zingher
Zurück zur Zukunft!
Seit über 35 Jahren verändert die Zuwanderung von Jüdinnen und Juden aus der ExUdSSR das Antlitz der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Russlands Überfall auf die Ukraine und der Angriff der Hamas auf Israel fordern die mit beiden Konfliktregionen eng verbundene Community zusätzlich heraus. Wie gehen Film und Literatur mit solchen Zeiten um?
Das künstlerische Symposium „Present Perfect – Zurück zur Zukunft“ setzt sich vom 5.-7.12. in Lesungen, Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen sowie Gesprächen mit jüdischen Migrationsbewegungen seit den 80er Jahren auseinander. Die drei Tage sind einzeln besuchbar oder als Gesamtpaket mit dem Kombiticket.
Was tun, wenn enge Verwandte ihr Denken an russischer Propaganda ausrichten? Und kann man als gebürtiger Kyjiwer noch Russisch sprechen, ohne sich mit dem Kreml gemein zu machen? Diese Fragen verhandelt Dmitrij Kapitelman in seinem neuen Roman „Russische Spezialitäten“. Ein Leipziger Gemischtwarenladen wird dort zur (Probe)Bühne für die Konflikte unserer Zeit. Dmitrij Kapitelman stellt sein Buch im Gespräch mit der Autorin Erica Zingher vor.
(2023 / GER, UKR / 18 min) von Mila Zhluktenko und Daniel Asadi Faezi
Für viele Geflüchtete sind ehemalige Kasernen das erste Dach über dem Kopf, wenn sie in Deutschland ankommen. Überlappungen von traumatischer Geschichte und Gegenwart erfahren auch ukrainische Familien, die seit 2022 vor dem russischen Angriffskrieg fliehen, wie die Doku „Waking Up in Silence“ von Mila Zhluktenko und Daniel Asadi Faezi vor Augenführt.
(2019 / GER, RUS / 7 min) von Dina Velikovskaya
Die Welt steht den jungen Generation offen und will erkundet werden. Doch können Eltern, die sehr auf Stabilität und Sicherheit bedacht sind, loslassen? In ihrem Animationsfilm „Ties“ sucht Dina Velikovskaya nach einer visuellen Sprache für einen Abnabelungsprozess, der Freiheit verheißt und Verletzungen mit sich bringt.
(2020 / GER / 18 min) von Evgenia Gostrer
Die Migrationserfahrung der 1990erJahre verbindet einen großen Teil der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Evgenia Gostrer nähert sich in „Kirschknochen“ mithilfe von Knetanimationen und privaten 16mmFilmaufnahmen der Einwanderungsgeschichte ihrer Familie, die zugleich stellvertretend für die Erfahrung vieler „Kontingentflüchtlinge“ steht.
(2020 / GER / 30 min) von Arkadij Khaet
Wie besteht man als Jude in Deutschland, eingekeilt zwischen gewalttätigem Judenhass und erdrückendem Philosemitismus? Arkadij Khaets Kurzfilm „Masel Tov Cocktail“ ist ein unübertroffenes filmisches Dokument jüdischer Selbstbehauptung jenseits von Kitsch und Stereotypen.
Im Anschluss an die Filmvorführungen sprechen die Regisseur*innen Mila Zhluktenko, Evgenia Gostrer, Arkadij Khaet und der Autor Dmitrij Kapitelman mit Erica Zingher über jüdisches Leben in Deutschland und Migration aus der ehemaligen Sowjetunion.
- Mit Dmitrij Kapitelman, Erica Zingher, Mila Zhluktenko, Evgenia Gostrer, Arkadij Khaet