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Foto: Judith Buss

MK:

Mein kleines Prachttier

Nach dem Roman von Lucas Rijneveld
Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen

 Schauspielhaus
 Premiere: 13.06.2026
 1 Stunde 10 Minuten
 Mit englischen Übertiteln
 Ab 18 €
 Schauspielhaus
 Premiere: 13.06.2026
 1 Stunde 10 Minuten
 Mit englischen Übertiteln
 Ab 18 €

In the name of Love

Wie kann Scham die Seite wechseln? Nach „Fräulein Else” setzt Leonie Böhm die Arbeit daran fort, in einen Dialog und ein anderes Miteinander abseits patriarchaler Gewaltstrukturen zu kommen. Ausgangspunkt ist der Roman von Lucas Rijneveld in dem der Tierarzt Kurt rückblickend schonungslos und selbstreflektiert an ein Mädchen schreibt, mit dem er Jahre zuvor eine missbräuchliche Beziehung eingegangen war. Diese Geschichte wandelt an den Grenzen des Sagbaren. Kurt, damals 49 Jahre alt, versteht es als Liebe, sie ist an der Grenze zum Erwachsenwerden. Der Text ist eine hoch ambivalente Innenschau in eine klaustrophobische Welt und er gibt gleichzeitig der Sehnsucht nach Worten in einer Welt der Sprachlosigkeit und Stille einen Raum.

Die imaginierte Perspektive eines Mannes, der sich gnadenlos mit der eigenen Gewalt auseinandersetzt, wird zum Ausgangspunkt für eine spielerische Untersuchung von zwei Frauen: Sie versetzen sich in die Perspektive des Gewalttäters und versuchen so das unvorstellbare zu verstehen und sich somit auch davon zu befreien. Dabei geht es auch immer darum die Gewalt vor einer Öffentlichkeit besprechbar und sichtbar zu machen. Die Inszenierung geht den Fragen nach, wo Gewalt in einer vollkommen ungleichen und heimlichen Beziehung entsteht und wie wir den Diskurs um Gewalt an weiblichen Körpern mitgestalten und gemeinsam füreinander Verantwortung tragen können.

Regisseurin Leonie Böhm, bekannt für ihre radikale Entkernung klassischer Werke, kehrt an die Münchner Kammerspiele zurück und nimmt diesmal einen zeitgenössischen Text als Ausgangspunkt. In ihrer Arbeit konzentriert sie sich darauf, mit ihren Darsteller* innen einen intimen Raum auf der Bühne zu schaffen, um verschiedene Formen des Zusammenlebens auszuprobieren – radikal offen und verletzlich.

„Das Spektakuläre an „Mein kleines Prachttier“ ist für mich, dass eine Autor*innenperson sich eine Täterperspektive imaginiert, die etwas leistet, was dazu beiträgt, dass die Themen die darin verhandelt werden, den Diskurs und das Nachdenken darüber verändern. Diese Täterperspektive zeigt sich aufs Äußerste, erklärt sich, stellt sich zur Disposition, versucht sich zu versprachlichen, versucht sich zu erkennen, versucht sich verletzlich zu machen. Sich zur Disposition stellen, sich in die Sichtbarkeit zerren mit allem Denken, Fühlen und Handeln – das ist der politische Akt, der in diesem Buch versucht wird und der einerseits fiktional ist und andererseits mein Denken real verändert.“

– Leonie Böhm

  • Regieassistenz Constanze Nogueira Negwer
  • Bühnenbildassistenz Stella Brauer
  • Kostümassistenz Pauline Heitmann
  • Inspizienz Hanno Nehring
  • Soufflage Daphne Chatzopoulos
  • Übertitelung Yvonne Griesel (SPRACHSPIEL)
  • Übersetzung Übertitelung Anna Galt
  • Künstlerische Produktionsleitung Zora Luhnau
  • Technische Produktionsleitung Valentin Lang, Adrian Bette
  • Bühnenmeister Thomas Graml
  • Ton Korbinian Wegler, Paolo Mariangeli, Korbinian Wegler, Paolo Mariangeli
  • Requisite Manuel Kößler, Manuel Kößler
  • Bühnenmaschinerie Nikos Leeb, Stephan Preusser
  • Stellwerk John-Philipp Schoch, Christian Mahrla
  • Beleuchtung Felix Adams, Yongwoo Kwon, Sebastien Lachenmaier
  • Maske Miriam Funck, Marisa Schleimer
  • Kostüm Angelika Stingl
  • Schreinerei Clemens Künneth, Sebastian Nebe, Ellen Bosse, Hannes Bickelbacher, Freya Mueller, Tobias Holland, Michael Buhl, Stefan Klodt-Bussmann, Josef Friesl, Franz Wallner
  • Schlosserei Friedrich Würzhuber, Jürgen Goudenhooft
  • Tapeziererei Tobias Herzog, Tim Hagemeyer, Maria Hörger, Anja Gebauer
  • Malsaal Ingrid Weindl, Natalie Knäble
  • Theaterplastik Maximilian Biek, Sebastian Wächter
  • Aufführungsrechte Basierend auf „Mijn lieve gunsteling“ von Lucas Rijneveld, erschienen bei Uitgeverij Atlas Contact Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen (Suhrkamp Verlag GmbH, Berlin) In einer Bühnenfassung der Münchner Kammerspiele
  • Danke an Helena Eckert, Julia Riedler, Benjamin von Blomberg
Trailer
Trailer
Drei Personen vor einer großen, skulpturalen Geweihstruktur in einem Innenraum.
c
Judith Buss

Erfahren Sie hier mehr über Autor Lucas Rijneveld und den Roman „Mein kleines Prachttier“.

Pressestimmen

„Er [der Abend] erklärt nichts, er ist im Kern ein dunkler Monolith. Aber mit einem hellen Ende.“

Süddeutsche Zeitung • 15.6.2026

„Und hier schämen sich zwei für diesen einen und viele andere Männer. Aber sie sind auch – man kann es nicht anders sagen – frech.“

Nachtkritik • 14.6.2026

„… sie zeigen noch ein bisschen radikaler als bei ‚Fräulein Else‘, dass man die patriarchale Gewalt wirklich überwinden kann“.

Deutschlandfunk Kultur • 13.6.2026

„Nicht mehr als eine Stunde dauert dieser Abend, und selten war es so muckmäuschenstill im Schauspielhaus, war das Publikum so gebannt von jedem Wort, das da auf der Bühne gesprochen wurde.“

Abendzeitung • 15.6.2026

Termine & Tickets

  • Fr 25.9. 20:00 – 21:10

    Einführung ab 19:30

    Anschl. Publikumsgespräch

    Freitags-Abo
  • Sa 3.10. 20:00

    Einführung ab 19:30

    Theatertag: 15€ auf allen Plätzen!
  • So 8.11. 19:00 – 20:10
    Sonntags-Abo
    Im VVK ab 1.10.
  • Do 19.11. 20:00 – 21:10
    Donnerstags-Abo
    Im VVK ab 1.10.
Mein kleines Prachttier
  • Schauspielhaus
  • Premiere: 13.06.2026
  • 1 Stunde 10 Minuten
  • Mit englischen Übertiteln
  • Ab 18 €