MK:

What is the City? Forschungs-Residenzen im Stadtraum

Wer ist wie situiert im Netzwerk dieser Stadt, wer bewegt sich auf welchen Wegen? Welche Rollen geben der Stadtraum, seine Strukturen und Gebäude vor? Wo und wie können wir uns offen begegnen? Welche Körper müssten hier und jetzt zusammenkommen? Welche Schichten ließen sich hier an diesem Ort offenlegen, welche müssten übereinandergelegt werden?

Die Kammerspiele haben im Rahmen eines Open Calls vier frei produzierende Künstler*innen und Gruppen eingeladen, um an den Schnittstellen von Theater und Stadt zu experimentieren. Jede der dreiwöchigen Residenzen endet mit einem öffentlichen Showing, einer Präsentation oder szenischen Skizze.

Mai 2021 - Juli 2022

Forschungs-Residenz #1 Çağlar Yiğitoğulları: Am Boden

Dies Das
Çağlar Yiğitoğulları – In Between:...
What is the City?
Am Boden
Abschlusspräsentation der...

Çağlar Yiğitoğulları: Am Boden

Çağlar Yiğitoğulları setzt sich in den drei Wochen seiner Residenz im Mai 2021 physisch und mental mit der Münchner Stadtgesellschaft, aber auch der Gesellschaft seiner Wahlheimat Deutschland auseinander. Er verdichtet und fokussiert seine spannungsgeladene Situation als Künstler mit temporärem Aufenthaltsstatus, indem er seinen Körper auf die Straße treffen lässt, sich physisch an den unteren Rand Münchens begibt und sich rollend durch die Stadt bewegt. Jeden Tag sucht er sich ein anderes Ziel in München auf das er zusteuert und lässt sich dabei filmisch dokumentieren (Kamera: Zoë Schmederer und Lion Bischof ). Am 29. Mai präsentieren wir das Ergebnis dieser filmischen Dokumentation und sprechen über seine Erfahrungen während der Aktion.

Am Ende jedes Tages verfasste Çağlar Yiğitoğulları einen Blog-Eintrag über das Erlebte auf der Instagram-Seite der Kammerspiele. Der Blog ist im Folgenden dokumentiert.

 

Forschungs-Residenz #2

Gabi Blum, Patrick Gruban, Emanuel Mooner und Matthias Stadler (München): What is the City? Von urbanen Szenen, Raumpolitiken und subversiven Strategien

 

Mit Gabi Blum, Patrick Gruban, Emanuel Mooner und Matthias Stadler haben sich vier Münchner Künstler*innen, Aktivist*innen und Kulturvermittler*innen zusammengetan, um Narrativen jenseits der schönen Stadt nachzuspüren und Episoden und Figuren der Münchner Szene außerhalb des Mainstreams zu dokumentieren. Ausgehend von ihren Netzwerken werden sie im Rahmen der Residenz an einer installativen Auseinandersetzung mit dem Stadtraum arbeiten und ihre Sammlung und Forschung zum künstlerischen Schaffen in einer von Raumnot geprägten Stadt in einem Online-Archiv veröffentlichen.

14. September - 2. Oktober 2021 im Habibi Kiosk

Forschungs-Residenz #3

Louis Panizza, Jacqueline Reddington und Marie Schleef: Zu verschenken

Das Rechercheprojekt setzt sich mit dem Onlineportal „Ebay Kleinanzeigen” und der darin vorhandenen Rubrik „Zu verschenken“ auseinander. Das Vorhaben stellt den sich täglich wiederholenden Prozess des Verschenkens als Performance wortwörtlich aus: Die empfangenen Gegenstände werden an einem Ort zusammengetragen, kategorisiert, ausgestellt und im Anschluss weiterverschenkt. Der Bühnenbildner Louis Panizza und die Regisseurinnen Jacqueline Reddington und Marie Schleef entwerfen ein spannungsreiches Modell, um das schenk-ökonomische Verhalten der Münchner Bevölkerung zu untersuchen und selbst performativ in den Prozess der Warenzirkulation einzugreifen.

Residenz in der Spielzeit 21/22

Forschungs-Residenz #4

Lena Grossmann (München): Öffentliche Körper – eine mimetische Recherche

Das Projekt entsteht als eine tänzerische Recherche an öffentlichen Plätzen in München. Gemeinsam mit den Tänzerinnen Yurika Yamamoto und Estefanía Álvarez Ramírez sowie der bildenden Künstlerin Annabell Lachner untersucht die Choreografin und Künstlerin Lena Grossmann alltägliche Bewegungsmuster, das Verhältnis von Architektur und Körper und die individuellen Distanzbedürfnisse von Körpern im öffentlichen Raum. Das gesammelte Material wird mit choreographischen Mitteln kopiert, analysiert und bearbeitet und zum Abschluss der Residenz als tänzerische Skizze in Form einer Performance wieder in den öffentlichen Raum gebracht.

Residenz in der Spielzeit 21/22