MK: Campus

MK: Campus 2
„Wir Schwarzen müssen zusammenhalten“ – Eine Erwiderung

Wir müssen reden! Der Kammer Campus ist ein Diskurs- und Aktionsraum für junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren an den Münchner Kammerspielen und in der Stadt. Zusammen mit Akteur*innen der Stadtgesellschaft werden virulente Themen aus dem aktuellen Spielplan aufgegriffen und gemeinsam mit dem Publikum zur Debatte gestellt. In öffentlichen Inputs teilen Expert*innen ihr Wissen zum Thema ‘Kolonialismus und seine Auswirkungen heute’ in variablen Dialogformaten. Anschließende Workshops für junge Erwachsene denken und erarbeiten die Themen weiter. Ziel ist es, junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zu verbinden, zu empowern und perspektivübergreifend neue Allianzen zu schmieden.

Kontakt: julia-lena.maier@kammerspiele.de


Öffentliche Inputs auf Zoom – Zugang auf muenchner-kammerspiele.de

6. Mai, 20 Uhr: „Folgen kolonialer Ausbeutungen auf die heutige wirtschaftliche Lage in Westafrika“ – Ein Gespräch mit Kontroversen zwischen Hamado Dipama und Francisco Marí 

Hamado Dipama (Referent für Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit AGABY, Migrationsbeirat LH München) und Francisco Marí (Referent Welternährung, Agrarhandel, Meerespolitik Brot für die Welt) diskutieren über die Frage der Ausweglosigkeit in Bezug auf postkoloniale Abhängigkeiten, aber auch über die möglichen Chancen auf Veränderung. Das Publikum ist eingeladen mit zu diskutieren.

14. Mai, 20 Uhr: „Kolonialfotografie und ihr Gebrauch in den akademischen und didaktischen Bereichen in Togo“ – Ein praktischer Vortrag von Dr. Kokou Azamede, moderiert von Nabila Abdel Aziz
Dr. Kokou Azamede ist togoischer Germanist und Historiker. Hier spricht er darüber, wie Kolonialbilder einerseits dekonstruiert und andererseits im kulturellen und historischen Kontext der Abgebildeten interpretiert werden können. Das Publikumsgespräch wird moderiert von Nabila Abdel Aziz (Journalistin, Gründerin des Bliq-Journals und Kuratorin des AusArten-Festivals in München).

28. Mai, 20 Uhr: „Am Ende von ‚Dasein‘: Eine afrodeutsche Reise in die Zukunft” – Keynote von Dr. Natasha A. Kelly, Publikumsgespräch mit Seggen Mikael

Dem Vorschlag des Afrofuturisten Reynaldo Anderson folgend, wird die Kommunikationssoziologin, Autorin und Künstlerin Natasha A. Kelly in diesem Vortrag aufzeigen, wie sich eine Community, deren Vergangenheit und Gegenwart negiert wird, eine mögliche Zukunft jenseits des Eurozentrismus vorstellen kann. Das Publikumsgespräch im Anschluss wird moderiert von Seggen Mikael (Leitung DOK.network Africa).

Workshops NUR mit Anmeldung unter: julia-lena.maier@kammerspiele.de

Die Teilnahme ist kostenlos, Zielgruppe: junge Erwachsene (20-30 Jahre)

Samstag 08. Mai 2021, 10-12 Uhr, Zoom

„Nord-Süd-Politik: Gerechtigkeit – Ungerechtigkeit. Chancen und Defizite“

Ein Workshop von Tina Monkonjay Garway und Hamado Dipama

Welche Auswirkungen hat unser persönliches Handeln als Teil der Konsumgesellschaft auf die Lage des Kontinents Afrika? Obwohl strukturelle Asymmetrien fortbestehen, deutet das wirtschaftliche Wachstum und das neue politische Selbstbewusstsein der afrikanischen Länder auf einen bedeutenden Wandel hin. In diesem Workshop versuchen wir Ursachen und Folgen der Globalen Nord – Süd Politik, strukturelle Ungleichheit sowie aktuelle Tendenzen und positive Entwicklungen des Kontinents in den Blick zu nehmen. Gemeinsam wollen wir mit Euch in einen Austausch kommen und diese Fragen diskutieren.

Tina Monkonjay Garway arbeitet als Referentin für Antidiskriminierung und gibt Workshops in den Bereichen: Migration & Integration, Rassismus- und Bildungskritische Migrationspädagogik, Postkolonialität und Empowernment von Menschen mit Afrikanischen Herkunft. Sie ist Vorstandsmitglied des Netzwerk Rassismus und diskriminierungsfreies Bayern e.V., sowie des Farafina Insitutes e.V. Außerdem ist sie aktives Mitglied im Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V. 

Hamado Dipama ist 2002 aus Burkina Faso als Geflüchteter nach Deutschland gekommen und lebte neun Jahre lang mit dem Status der Duldung. Seit 2007 ist er Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats und engagiert sich auf vielfältige Weise politisch für die Belange von Geflüchteten und Migrant*innen, insbesondere für Menschen mit afrikanischer Herkunft in Deutschland. Er ist Gründer des Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V., sowie Mitbegründer des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland. Seit 2010 ist er Teil des Migrationsbeirats der LH München. Dipama war von 2011 bis 2019 im Vorstand des Dachverbands der Migrationsbeiräte in Bayern – Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns (AGABY) tätig, und ist seit 2019 deren Referent für Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit. Seit 2011 ist er Delegierter des Landes Bayern im Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat und seit 2017 Mitglied im bayerischen Rundfunkrat.

Samstag 8. Mai 2021, 14-16:30h, Zoom

Digitaler Stadtrundgang: „(Post-)koloniale Spuren in München“ von und mit Commit e.V. München

Was hat die deutsche Kolonialgeschichte mit unserem Alltag heute zu tun? Viele unserer Vorstellungen oder unser Konsumverhalten sind bewusst oder unbewusst beeinflusst von Begegnungen mit der „Neuen Welt“. Wir werfen den Blick auf weltweite Verflechtungen und lokale Spuren, auf Damals und Heute, auf Unterdrückung und Widerstand. Wie möchten wir als (Stadt-) Gesellschaft mit solchen kolonialen Spuren umgehen? Mit interaktiven Methoden erschließen wir uns koloniale Geschichte und koloniales Denken und begeben uns auf Spurensuche in München zu Orten, an denen (Post-) Kolonialismus sichtbar ist.

Der digitale Stadtrundgang ist eine Kooperation zwischen Commit e.V. und Die Nachbarschaftshilfe – deutsche und ausländische Familien. Commit e.V. München ist eine Bildungsplattform für globale Gerechtigkeit und führt globalpolitische Bildungsarbeit in verschiedenen Formaten und Projekten durch. Im Zentrum der Angebote der Nachbarschaftshilfe stehen die interkulturelle und interreligiöse Begegnung und Verständigung. Ihr Ziel ist es Verständnis für verschiedene Lebensweisen zu wecken und ein einvernehmliches Zusammenleben fördern. Gegen Vorurteile und Feindbilder setzen sie den Dialog.

Samstag 15. Mai 2021, 10-16h (inkl. Pause), Zoom

„Kunst und Aktivismus, der Zusammenhang, die Narrative und Strategien“

Ein Workshop von Julia Mimbang und Cana Bilir-Meier mit einem Impulsvortrag von Kodzo Abotsi und Robin Frisch

Was wird als Wissen anerkannt und was ist Teil einer sichtbaren Geschichtserzählung? Wie kann ein kritischer Umgang mit öffentlichen und privaten Archiven gelingen?

Wie gehen Künstler*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen mit der Geschichte und Erinnerung von Migration und Kolonialismus um? Anhand von dekolonialen und antirassistischen Beispielen in politischer Empowermentarbeit, künstlerischen, fotografischen, filmischen und lyrischen Mitteln, analysiert der Workshop verschiedene Zugänge. Der Workshop richtet sich an junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren.

Julia Mimbang, geboren in Kamerun. Studium der Politikwissenschaft in Italien und München. Sie arbeitet im Online Marketing, als Referentin für frau.kunst.politik in München und kandidierte 2019/20 für die Münchner Stadtratsgruppe ZuBa (Zusammen Bayern). Ihr Interesse an sozialen und politischen Themen hat seinen Ursprung bei ihrer Urgroßmutter, die sich stark für die kamerunische Frauenbewegung engagierte. Julia Mimbang interessiert sich unter anderem für die Themen Migration, Integration, Diskriminierung und Rassismus und ihre Schwerpunkte liegen in der Bildung und Repräsentation von Migrantinnen auf der politischen Ebene. Sie setzt sich für faire Chancen und persönliche Entfaltung für alle Migrant*innen und die Befähigung zur Partizipation an sozialen und politischen Entwicklungen ihres Wohnortes München ein.

Cana Bilir-Meier, studierte an der Akademie der Bildenden Künste Wien Kunstpädagogik und Bildende Kunst, an der Schule für unabhängigen Film Friedl Kubelka in Wien, sowie an der Sabancı-Universität in Istanbul. Sie ist derzeit Interims Professorin für Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste München. 2018 hat sie gemeinsam mit ihrer Mutter Zühal Bilir-Meier die Initiative an das Gedenken an Semra Ertan mitgegründet und 2020 den Gedichtband „Semra Ertan – Mein Name ist Ausländer“ herausgegeben. Die filmischen und filmisch-performativen Arbeiten von Cana Bilir-Meier bewegen sich an den Schnittstellen von Archivarbeit, Textproduktion, historischen Recherchen und zeitgenössischer Medienreflexivität und -archäologie. Sie verweben private Archive mit historischen und zeitgenössischen politischen Prozessen und ihren Abbildern in den Medien.

Samstag 29.05.2021, 10-18 Uhr (inkl. 1 Std. Pause), Münchner Kammerspiele

Zielgruppe: 20-30 jährige FLINTA und Andere

„Film als Selbstermächtigungsstrategie und Perspektiven des Empowerments für BiPOC“

Ein Workshop von Seggen Mikael und Gisela Carbajal Rodríguez

Stellt euch eine Zukunft vor in der ihr glücklich und sicher leben könnt. Wie sieht diese Welt aus? Was ist euer „Happy Place“? Eine Welt, die Rassismus und strukturelle Diskriminierung überwunden hat? In diesem Workshop wollen wir uns dem Thema des Empowerments filmisch nähern und mit euch träumen.

Gisela Carbajal Rodríguez wurde 1987 in Aguascalientes in Mexiko geboren. Sie studierte Audiovisuelle Künste an der Universidad de la Concordia. Seit 2010 lebt sie in Bayern und studiert seit 2012 Regie für Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Gisela versteht ihre Filme als ein Mittel zur Verteidigung der Menschenrechte. Sie ist Mitgründerin des Aktionsbündnis #wirwarenimmerda, die Initiative fordert gleichberechtigte Teilhabe von BIPoC, trans* Personen, non-binären Filmemacher*innen, Filmemacher*innen mit körperlicher Beeinträchtigung vor und hinter der Kamera.

Seggen Mikael studierte Ethnologie und Kunst, Musik, Theater mit Schwerpunkt Visuelle Anthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Kulturwissenschaften und Kulturmanagement in Ludwigsburg und Pittsburgh.

Zuletzt arbeitete sie an einem dokumentarischen Forschungsprojekt an der University of Ghana in Accra. Daneben engagiert sie sich seit Jahren ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit. Im März 2020 übernahm sie die Leitung (in Elternzeitvertretung) des Afrikaschwerpunkts DOK.network Africa. Außerdem ist sie Teil des Kollektivs DisChecks, das Beratungskollektiv für alle die ihre Medieninhalte diskriminierungssensibel & intersektional gestalten wollen.


Kammercampus 1 – “9/26 – Das Oktoberfestattentat”

20 Teilnehmer*innen, darunter Studierende der Akademie der Bildenden Künste München, der Otto Falckenberg Schule für Schauspiel und Regie, der Sozialwissenschaften an der HM, der DGB Jugend und andere treffen sich zunächst in digitalen Räumen um sich aus unterschiedlichen (medialen) Perspektiven den Themen “Attentat”, “Erinnerung” und “Kontinuitäten rechten Terrors” anzunähern. Wir werden Theaterabende digital erleben und mit Regisseur*innen und Schauspieler*innen diskutieren und im Austausch mit Spezialisten unseren Blick erweitern. Ein physisches Zusammenkommen in naher Zukunft um Recherche, Erlebtes und Wissen zu teilen und neue Allianzen zu schmieden ist unsere Hoffnung.

Intro
Zeit: 5.12.2020, 19h
Vortrag von Robert Andreasch (Journalist)
Titel: Kontinuitäten des rechten Terrors
Öffentliches Streaming auf der Website der Münchner Kammerspiele mit einem Nachgespräch, moderiert von Julia Maier

Vom Gebäude der Münchner Kammerspiele aus begibt sich Robert Andreasch auf eine Tour zu den Schauplätzen rechten Terrors in der Stadt. Dabei erzählt er über rechte Ideologie, zitiert aus rechtsterroristischen Konzepten und erinnert unter anderem an die „Volkssozialistische
Bewegung Deutschlands“, die „Deutschen Aktionsgruppen“, die „Wehrsportgruppe Hoffmann“, den „Nationalsozialistischen Untergrund“ und den rechten Soldaten Franco A. in München und Bayern. Nicht nur rechte Attentate, Mordserien und Banküberfälle haben hier eine über einhundertjährige Kontinuität, sonden auch die behördliche Verharmlosung, das Ausblenden der Betroffenen, die gesellschaftliche Schuldabwehr und das Vergessen.

Theater
Zeit: 16.1.2021, 20h
Stream: “9/26 – Das Oktoberfestattentat”
Nachgespräch via Zoom mit Christine Umpfenbach (Regie), Marie Dziomber und Rasmus Friedrich (Schauspieler*in)

Zeit: 26.1.2021, 20h
Stream: “The digital Assembly”
Nachgespräch via Zoom mit Mehdi Moradpour (Dramaturgie), Gina Penzkofer (künstlerische Mitarbeit), Annette Paulmann und Wiebke Puls (Schauspielerinnen)

Drei digitale Workshops

1.
Zeit: 29. Januar vier Stunden (Uhrzeit wird noch bekanntgegeben), 30. Januar, ganztags (inkl. individueller Arbeitsphase)
Workshopleitung: Giulia Zabarella und Jakob Braito
Titel: 1980: Das Oktoberfestattentat und der Anschlag von Bologna. Praktiken im Umgang mit archivarischem Tonmaterial

Eine zeitliche Untersuchung von Zusammenhängen, Abläufen und politischem Klima rund um die Attentate Bologna und München 1980. Untersuchungsgegenstand hierfür wird ausgewähltes Text- und Archivmaterial sein, das sich mit der Zeit zwischen 2. August (Bologna) und 26. September 1980 (München) auseinandersetzt. 55 Tage liegen zwischen diesen zwei großen Ereignissen einer gemeinsamen Geschichte des politischen Terrorismus der späten 70er und frühen 80er Jahre. Was verbindet und wie überschneiden sich diese beiden Ereignisse, die zeitlich so nah beieinander liegen und doch in ihrem sozialpolitischen Kontext so unterschiedlich sind? Was sagen uns die Quellen aus dieser Zeit heute, was ist ihr Vermächtnis und wie wirken sie sich heute auf unsere politische Gegenwart aus, wie sind sie zu interpretieren?

Der zweitägige Workshop befasst sich mit der dokumentarischen Aufarbeitung von medialer Berichterstattung, Interviews oder politischen als auch popkulturellen Beiträgen (BR Archiv, München Stadtarchiv, Archiv RAI) zu dieser Zeit. Der Fokus für den ersten Tag liegt auf der gemeinsamen Untersuchung des Archivmaterials mit anschließender Diskussion ausgewählter Fragestellungen. Am zweiten Tag besprechen wir Begriffe wie Dokumentation, Archivierung und Erzählung und entwickeln dabei eigene Inhalte und Audio-Dokumente als Teil eines Archives. Die individuellen Interessen, Erfahrungen und künstlerische Praxis der einzelnen Teilnehmer*innen sind hier maßgeblich für die Erarbeitung eines kollektiven und diskursiven Projekts.

Giulia Zabarella (Padua, 1993) studiert aktuell Bildhauerei bei Olaf Nicolai an der AdBK München und hat 2016 ihr Studium an der Kunstakademie Brera in Mailand abgeschlossen. Zur Zeit organisiert sie die Vortragsreihe “Jour Fixe” an der AdBK München und ist Redakteurin des Online-Magazins “L’art écrit”. Ende Februar diesen Jahres wird sie ein Studium am Maumaus ISP in Lissabon antreten.

Jakob Braito (Wien, 1992) studiert aktuell ebenso Bildhauerei bei Olaf Nicolai an der AdBK München und hat zuvor ein Studium in Technology & Management an der Technischen Universität München abgeschlossen (2017). Er ist Gründungsmitglied der 80000 e.V. – ein gemeinnütziger Verein der u.A. kulturelle Projekte wie das Online Radio Radio 80000 in München betreibt und realisiert.

2.
Zeit: 5. und 6. Februar 2021, jeweils 15-19h
Workshopleitung: Rabih Mroué
Titel: The state of being in the In-Between
Workshop will be held in English

The workshop will explore some images and propaganda video-clips of war, and the use of documents in theatre and art works.

During the two days workshop, Rabih Mroué will present some of his works as materials to analyzing the characteristics of these images and video-clips, reflecting on them and trying to find with participants alternative ways on how to deal with these images in our artistic works.

Rabih Mroué, was born in Beirut and currently lives in Berlin. He is a theatre director, actor, visual artist and playwright. He is a contributing editor for The Drama Review /TDR (New York), as well as a co-founder of the Beirut Art Center (BAC). He was a fellow at The International Research Center: Interweaving Performance Cultures/ FU/Berlin, 2013 – 2015 and an associated theatre-director at Münchner Kammerspiele (Munich).
His works include: Borborygmus (2019), Kill the Audience (2018), Sand in the eyes (2017), Rima Kamel (2017), Ode to Joy (2015), Riding on a cloud, (2013), 33 RPM and a Few Seconds (2012), The Pixelated revolution (2012), The Inhabitants of images (2008), Who’s Afraid of Representation (2005) and others…

Bei Interesse am Kammer Campus schreiben Sie gerne eine Email an: julia-lena.maier@kammerspiele.de

3.
Zeit: 13. und 14. Februar 2021, jeweils 10-15h (inkl. Mittagspause)
Workshopleitung: Nathalie Jacobsen und Robert Andreasch
Titel: Kontinuitäten rechter Ideologien?

Nicht erst seit der „Corona-Zeit“ nehmen antisemitische und rassistische Äußerungen und Übergriffe zu, bereits in den letzten Jahren lässt sich ein solcher Anstieg verzeichnen. Begriffe wie „Lügenpresse“, „Umvolkung“ oder „Volksverräter“ werden häufiger unkritisch öffentlich verwendet. Gerade aus dem Umfeld erstarkender rechtspopulistischer und rechtsradikaler Strömungen wird in diesem Zusammenhang auch immer wieder versucht, die Gräueltaten des NS-Regimes zu relativieren oder zu verharmlosen.
Dabei galt gerade die sprachliche Desensibilisierung in der Aufstiegsphase des Nationalsozialismus als erster Schritt zu Ausgrenzung und Verfolgung.
Entsprechend stellt sich die Frage: Welche Parallelen und welche Unterschiede bestehen zwischen nationalistischen Strukturen in der Weimarer Republik und heutigen rechtspopulistischen Tendenzen? Welche Kontinuitäten rechter Ideologien und antisemitischer Verschwörungsmythen haben aktuell wieder Konjunktur?
Am ersten Tag des Workshops beschäftigen wir uns daher in einem Online-Rundgang des NS-Dokumentationszentrums München zunächst mit der Zeit des Nationalsozialismus in München. Welche Faktoren ermöglichten den Aufstieg der Partei bis hin zur Machtübernahme? Wie funktionierten die Strukturen der nationalsozialistischen Herrschaft? Dabei fragen wir immer auch nach den zugrundeliegenden Mechanismen von Polarisierung und Ausgrenzung, und wie diese auch in der Nachkriegszeit weiter wirkten.
Am zweiten Tag soll dann im Anschluss an den Vortrag von Robert Andreasch zur Geschichte und zu den Konzepten des Rechtsterrorismus in München der Blick geweitet werden auf die extreme Rechte in München allgemein, gewissermaßen von der Schülerburschenschaft über die AfD bis zu den Coronarebell_innen.
Gemeinsam wollen wir uns die hier aktiven Gruppen und Netzwerke anschauen, ihr Auftreten, ihre Themen und Kampagnen, ihren Rassismus, Antisemitismus und Antifeminismus sowie ihre Verschwörungsideologien. Und analysieren: Was machen sie in Stadtrat und Landtag sowie auf der Straße? Was sind ihre Ideologien, wie sind ihre Strategien, offline wie digital? Was hat es mit der „Neuen Rechten“ auf sich und ihrer vorgeblichen Intellektualität? Wie bedroht sind Gedenkstätten, Museen und Bühnen durch den „Kulturkampf“ von rechts?

Nathalie Jacobsen ist Historikerin und Germanistin. Seit über 15 Jahren arbeitet sie im Bereich historisch-politische Bildung und Erinnerungskultur soweit als Dozentin für Geschichte, Literatur und Theaterwissenschaft. Seit der Eröffnung 2015 ist sie tätig für das NS-Dokumentationszentrum München. Aktuell leitet sie zudem das Projekt „Prävention gegen antisemitische Verschwörungsmythen“ am Max-Mannheimer-Studienzentrum Dachau.

Robert Andreasch arbeitet als freier Foto- und Hörfunkjournalist sowie für die „Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V.“ (a.i.d.a.) über die extreme Rechte in Süddeutschland. Die Stadt München zeichnete ihn 2019 mit ihrem „Publizistikpreis“ aus. Das Netzwerk „NSU Watch“, in dem er sich engagiert, gewann in diesem Jahr für die Arbeit zu rechtem Terror einen Grimme Online Award.

Der Workshop findet in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum München statt.


Bei Interesse am Kammer Campus schreiben Sie gerne eine Email an: julia-lena.maier@kammerspiele.de