Kammer 1
15. Dez 20:00 Uhr
Large fullsizerender 2

JAHRHUNDERTBRIEFE

Ein Briefwechsel zwischen Marcel Reich-Ranicki und Peter Rühmkorf, gelesen von Brigitte Hobmeier und Annette Paulmann

1973 übernahm Marcel Reich-Ranicki das Ressort Literatur und literarisches Leben in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und rief ein Jahr später die Frankfurter Anthologie ins Leben, die er bis zu seinem Tode betreute. Zu den ersten Autoren, die Reich-Ranicki für die Mitarbeit in der FAZ gewann, zählte Peter Rühmkorf – er schrieb für die Zeitung von 1974 bis 2008. Der Briefwechsel zeigt einen charmant-werbenden Feuilletonredakteur und einen talentierten, aber unzuverlässigen Dichter im Gespräch über Bücher ebenso wie die Politik der alten Bundesrepublik und ihren Wandel nach 1989. Rühmkorf kündigte krachend die Arbeitsbeziehung 1995 wegen Reich-Ranickis Umgang mit dem Roman „Ein weites Feld“ von Günter Grass. Nach 5 Jahren versöhnten sie sich – sie wussten beide, was sie voneinander halten sollten und wollten.

Es lesen: Brigitte Hobmeier und Annette Paulmann, Einführung: Stephan Opitz

Eine Kooperation mit der Literaturhandlung und der Offenen Akademie der Münchner Volkshochschule




Vorschau


17. Februar 2016, 20 Uhr, Kammer 1
Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt
Briefwechsel 1947 bis Mai 1986

Der Briefwechsel zwischen Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch dokumentiert die schwierige Freundschaft zweier bedeutender Temperamente, wie sie unterschiedlicher kaum zu denken sind. Schon 1950 hatte sich Dürrenmatt nach einem Gespräch mit Frisch die Notiz gemacht: „Was habe ich mit diesem Menschen gemeinsam?". Zwei Jahrzehnte später erkannte er in Frisch seinen „dialektischen Gegensatz." Die Briefe, Ansichtskarten und Notizen der beiden Schweizer Autoren geben Einblick in eine von Kollegialität, Kritik, Freundschaft, Konkurrenz, Abhängigkeit und Divergenz geprägte wechselvolle Beziehung.

Einführung: Peter Hamm


14. März 2016, 20 Uhr, Kammer 1
Theodor W. Adorno und Thomas Mann
Briefwechsel 1943 bis 1955


Im Dezember 1945 schrieb Thomas Mann jenen berühmten Brief an Theodor W. Adorno über das Prinzip der Montage in seinem Roman Doktor Faustus. Eine enge Korrespondenz, die in einer sehr ungewöhnlichen Begegnung von Tradition und Moderne entstand und in diesem Spannungsfeld bis zum Tode des Dichters andauerte. Thomas Mann schrieb Adorno über die „faszinierende Lektüre" der Minima Moralia und kommentierte ausführlich den Versuch über Wagner, ein Buch, das er lesen wollte, „wie jemand in der Apokalypse ein Buch isst, das ihm 'süß wie Honig schmeckt'". Adorno begleitete die letzten Werke Thomas Manns, den Erwählten, Die Betrogene und die Wiederaufnahme des Felix Krull, mit eingehenden Kommentaren und nicht selten mit begeistertem Zuspruch. Selbst sehr private Fragen von entscheidender persönlicher Bedeutung, wie die mit großer Aufrichtigkeit geführte Diskussion um die Rückkehr aus der Emigration, bleiben im Briefwechsel nicht ausgespart.

Einführung: Jens Malte Fischer

---

Jahrhundertbriefe
Gelesen von Schauspielerinnen und Schauspielern der Münchner Kammerspiele.
Konzeption: Dr. Rahel Salamander

Wo verdichteten sich Geist, Unmittelbarkeit und zeitgeschichtliche Sensibilität in so hohem Maße wie in einigen Briefwechseln deutschsprachiger Künstler und Intellektueller des 20. Jahrhunderts? In ihnen zeigt sich Raffinement einer Kultur des Briefwechsels in seiner letzten großen Blüte.

Eine Kooperation mit der Literaturhandlung und der Offenen Akademie der Münchner Volkshochschule