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Munich Welcome Theatre

Der Umgang mit geflohenen Menschen ist eine der zentralen Herausforderungen für unsere Gesellschaft. In einem Prozess der Beratung, Entwicklung und Gestaltung versuchen die Künstler Björn Bicker und Malte Jelden gemeinsam mit den Mitarbeiter_innen der Münchner Kammerspiele das städtische Theater auf allen Ebenen des Betriebs für den Themenkomplex Flucht, Ankunft und Asyl zu öffnen. Wie kann man Geflohene aktiv in die Arbeits- und Gestaltungsprozesse des Theaters einbeziehen? Welche Formen des Engagements der Mitarbeiter_innen sind denkbar, um das Theater intensiver mit der aktuellen Realität der Einwanderungsgesellschaft zu verbinden?

Zum Auftakt veranstaltete das Theater den OPEN BORDER KONGRESS im Oktober 2015. Eingeladen waren Künstler_innen, Wissenschaftler_innen, Aktivist_innen aus der ganzen Welt, alte und neue Münchner_innen. Gemeinsam verwandelten sie die Münchner Kammerspiele in ein Theater der Zukunft.

Gefördert durch die

KULTURSTIFTUNG DES BUNDES
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Konversion

In einem zweiten Schritt wird das Theater selbst zum Modellprojekt. Das Ziel ist, das Unternehmen „Münchner Kammerspiele“ zu einem echten WELCOME THEATRE zu machen. In der Vielfalt der unterschiedlichen Arbeitsbereiche eines Theaters (Kunst, Technik, Verwaltung, Ausbildung, Freundeskreis und Publikum) bildet sich eine ganze Stadtgesellschaft ab. Mitarbeiter_innen aus allen Abteilungen werden dabei begleitet, ihren Anteil an der Konversion zu leisten. Die Arbeit im WELCOME THEATRE findet sowohl innerhalb der bestehenden Arbeitsprozesse als auch im ehrenamtlichen Bereich statt.

Wie können Menschen, die auf der Flucht nach München gekommen sind, in die Arbeitsprozesse des Theaters eingebunden werden? Welches Wissen braucht man dazu? Wie kann das Theater zur neuen Heimat geflohener Künstler_innen werden?

Aktuelle Projekte

OPEN BORDER KONGRESS

Vom 16. bis zum 18. Oktober 2015 wurde das Theater zum Leuchten gebracht. In allen Räumen der Kammerspiele haben sich ein Wochenende lang Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen versammmelt, um über die Zukunft der europäischen Einwanderungsgesellschaft nachzudenken. Vorbildhafte Initiativen und Organisationen haben sich untereinander vernetzt und sich mit dem Theater verbunden: u.a. CUCULA, Grandhotel Cosmopolis, Bellevue di Monaco, Refugee Radio Network, Social Ride und Kiron University.

In Vorträgen und Diskussionen skizzierten internationale Gäste aus Politik, Philosophie und Soziologie neue Wege der europäischen Flüchtlingspolitik jenseits von Abschottung und Nationalismus: Elsbeth Guild, Ousmane Diarra, Mark Terkessidis, Napuli Paul Langa, Armin Nassehi, Manuela Bojadjiev, Francois Gemenne und Heribert Prantl u.v.m.

Spartenübergreifende Kunstprojkete präsentierten modellhafte Theaterarbeiten, Performances, Dokumentarfilme und Konzerte, u.a. mit IDENTITÄTEN DEHNEN von Gintersdorfer/Klaßen, Adnan Softić mit BIBBY CHALLENGE, PARADIZE MASTAZ von Hajusom und den senegalesischen Musikern von MARK ERNESTUS' NDAGGA RHYTHM FORCE.

Im Rahmen des OPEN BORDER KONGRESS fand die Zweite Internationale Schlepper und Schleuser Tagung 2015 statt.

Das ausführliche Programm des Open Border Kongress 2015.