Hans Fallada wurde 1893 als Rudolf Ditzen in Greifswald geboren. Gemeinsam mit einem Freund versucht er als Jugendlicher einen als Duell getarnten Doppelsuizid, den er jedoch überlebt - wegen Totschlags angeklagt, wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Nachdem er die Schule ohne Abschluss verlassen hatte, hält er sich zunächst mit verschiedenen Gelegenheitsjobs über Wasser, 1920 veröffentlicht er dann unter dem Pseudonym Hans Fallada seinen ersten Roman mit dem Titel "Der junge Godeschal". Seit seiner Hochzeit mit Anna Issel 1929 arbeitet er als freier Schriftsteller, das Paar bekommt drei Kinder. 1931 wird der Roman "Bauern, Bonzen und Bomben" in Deutschland zum Erfolg, 1932 beschert ihm "Kleiner Mann, was nun" Weltruhm, bis heute ist der Name Fallada eng mit der "Neuen Sachlichkeit" verbunden. Während des Nationalsozialismus beschränkt er sich jedoch literarisch fast ausschließlich auf politisch neutrale Unterhaltung. Um seine starke Alkohol- und Drogensucht zu finanzieren, fällt Fallada immer wieder durch kleinere Delikte auf, er verbüßt zwei Haftstrafen. Nach der Scheidung von Anna 1944 wird Fallada des versuchten Mordes an ihr angeklagt und in eine Heilanstalt für Alkoholkranke eingewiesen. Ein Jahr später heiratet Fallada dann ein zweites Mal, arbeitet nach dem Krieg für Johannes R. Bechers "Tägliche Rundschau" in Berlin und findet zu seinem ursprünglichen Literaturstil zurück: nach der Vollendung des Widerstandsromans "Jeder stirbt für sich allein" 1947 lässt er sich in einem Krankenhaus in Berlin wegen seiner Sucht behandeln und stirbt dort wenig später. Posthum erscheint Falladas persönlichster Roman "Der Trinker", der 1995 mit Harald Juhnke in der Hauptrolle verfilmt wurde.