WO IST VORNE? LESUNG UND GESPRÄCH MIT MARK GREIF ÜBER HIPSTERTUM UND OCCUPY WALL STREET
Werkraum, Lesung und Werkschau am 8. Februar 2012
Lesung der deutschen Texte: Marc Benjamin
Anfang der 1990er Jahre schien er in die Großstädte der USA zurückgekehrt zu sein: der Hipster, der heute gerne auf modische Accessoires wie Hornbrille und Parka reduziert und mit Laptop und Umhängetasche als konsumfixierter Lifestyler diskreditiert wird. Dabei steht die Subkultur Hipstertum für viel mehr, ihre Wurzeln reichen bis in die 1940er Jahre zurück. 2009 beschäftigte sich in New York eine ganze Tagung mit diesem Phänomen und führte zu einer landesweiten Diskussion. Angestoßen worden war die von einem Magazin, das sich darüber hinaus mit Aufsätzen über Fitnesswahn, die Revolte der Eliten, Abtreibung oder dem Begriff der Rasse in Obamas Amerika zur jungen, intellektuellen und damit weitestgehend unbeachteten Stimme des Landes entwickelt hatte: "n+1".
In Deutschland hat "n+1" mittlerweile einen Status zwischen Geheimtipp und Kult, weil es zentrale Debatten vorwegnimmt und anstößt. Mark Greif ist einer der Begründer. Er ist auch Herausgeber der Essaysammlung HIPSTER - EINE TRANSATLANTISCHE DISKUSSION. Sein Essayband BLUESCREEN vereint Betrachtungen über youtube und Internet-Pornographie mit dem Versuch eines mit Rock sozialisierten weißen Ostküstenakademiker, Rappen zu lernen. Greif hat außerdem die Dokumentation OCCUPY, DIE ERSTEN WOCHEN IN NEW YORK mit herausgegeben.
"Mark Greif ist der klügste, originellste und lustigste amerikanische Essayist der Gegenwart. Wer wissen will, in was für einer Zeit wir leben, sollte dieses Buch lesen." (SZ über BLUESCREEN)