GIFT. EINE EHEGESCHICHTEPRESSESTIMMEN

Eine phantastisch präsize, schmerzliche und auch immer wieder irritierend lustige Aufführung. Schon der Text ist sehr klug, skizziert die Trauer und die Vorwürfe, die aus ihre entstehen. Jeder reklamiert den größten Schmerz für sich... Im Publikum sitzt Steve Dugardin und singt Lieder von Dowland, leuchtende Klangstelen der Trauer. Auf der Bühne stehen Elsie de Brauw und Steven van Watermeulen, machen Kunst und Spiel vergessen und sind einfach reine Menschen.
Süddeutsche Zeitung
Die Produktion zeigt Simons als einen Meister des kleinen Glücks im unbegreiflichen Unglück, ohne dabei sentimental zu werden. Auf der kargen Holztribüne entfalten Steven van Watermeulen und vor allem die in jedem Augenblick sensationelle Elsie de Brauw einen sprudelnden Reichtum an Farben und Schattierungen der Trauer, des Antäuschens und Enttäuschtseins, des Verstehenwollens und Nichtverstehens, der auch irritierend komisch sein kann. Und in die Kleinlichkeiten des richtigen Lebens weht wie aus dem Totenreich der Gesang des Countertenors Steve Dugardin.
Abendzeitung
Wenn Elsie de Brauw und Steven van Watermeulen bei ihren Figuren Nähe, Verletzlichkeit zulassen, ist das so echt, dass wir das Scheitern dieser Beziehung - die für viele andere Beziehungen steht - mit-fühlend verstehen. Am Ende dieser auf ihre Art kathartischen Wiederbegegnung scheint so etwas wie ein gegenseitiges Verständnis und Verzeihen auf. Wie sich die beiden verabschiedend umarmen, leise ein Lied summen - das ist ganz untheaterhaftes zeitgenössiches Theater, das uns nahegeht.
Münchner Merkur
Im Gegensatz zu intramuskulärer Injektion ist es wie eine Infusion. Vom Rinnsal bis zum Ausbruch. Diese Performance scheint unsere Existenz zu ignorieren. Dies ist das sogenannte "Stanislawski-System"!
Li You (TV-und Theater Schauspieler)
Wenn man noch Schmerzen hat, dann ist man noch am Leben. Manche Resonanz braucht nicht mit ein paar Leuten mitzuschwingen, eine gute Geschichte hat immer eine entgiftende Wirkung.
Chang Xiao Ni (Choreographin und Dozentin an der Beijing Normal University)
Gift ist eine klassische Schönheit, nach zahlreichen Theaterbesuchen habe ich womöglich zum allerersten Mal so wirklich den Zauber der Einheit des Ortes, der Zeit und der Handlung geniessen können.
Shi Jun (Beijing Huiyi Jiujiu Kultur und Medien GmbH, Marketing)