JEFF KOONS

von Rainald Goetz
Werkraum, Premiere am 23. Januar 2011
Otto-Falckenberg-Schule
Jahrgangsinszenierung des 4. Studienjahres der Otto-Falckenberg-Schule
Regie: Christiane Pohle, Raum: Bert Neumann, Bühne: Alexandra Süßmilch, Kostüme: Alexandra Süßmilch, Musik: Rainer Süßmilch, Video: Jonas Spriestersbach , Licht: Jürgen Tulzer, Dramaturgie: Malte Ubenauf
Mit: Elinor Eidt, Maximilian Engelhardt, Peter Fasching, Alexander Fuchs, Florian Innerebner, Oliver Konietzny, Johannes Meier, Clara-Marie Pazzini, Hanna Plaß, Lea Sophie Salfeld, Anja Thiemann, Matthias Zera

Jeff Koons ist eine lebende Künstlerlegende. Ein Aufpump- und Vergrößerungsmeister, ein Souverän der Selbstdarstellung und Oberflächenbehandlung. Er ist berühmt und reich und unantastbar. Ein glitzernder Lexikoneintrag, schwer beneidet und tausendfach imitiert. Der international operierende Vorzeigekünstler. Doch wer hat diese Ikone erschaffen? Der Künstler selbst? Die Galeristen und Sammler? Die Medien? Oder einfach nur der glücklichste aller Zufälle? Schwer zu sagen. Genau dies jedoch ist es, was der Schriftsteller Rainald Goetz mit seinem Stück (in sieben Akten) zu versuchen scheint: in Worte fassen, was sich der Beschreibung entzieht. Goetz betreibt Schöpfungsforschung am offenen Künstlerherz. Und seine Diagnose ist komplex: sie entziffert die Künstlerfigur als ein labyrinthisches, aus Projektionen, Leidenschaften und Ängsten zusammengesetztes Wesen, das sich selbst, und jedem anderen, der sich ein Bild von ihm zu machen wagt, den Boden unter den Füßen entzieht.

"Du hast gesagt, es geht um Liebe. Du hast gesagt, es geht um Kunst. Es geht um Reden, Bilder, Melodien. Es geht um Menschen, die was sagen wollen, tun. Normal. Es geht um Schöpfung und Gebärden, um Dinge, Sachen und Ideen. Es geht um Alltag, Wahrheit und Banalität. Es geht um Kummer und Melancholie. Es geht um Rhythmen wie in manchen Liedern, um ein Gehör von Ferne her."