DUNKELKAMMER

Eine Theaterinstallation von Dries Verhoeven, Uraufführung
Spielhalle, 30. September 2011 | nur bis 30.11.!
Eine Koproduktion mit Dries Verhoeven
Mit freundlicher Unterstützung durch den Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. und das Königreich der Niederlande
Regie: Dries Verhoeven, Rauminstallation: Dries Verhoeven, Choreografische Unterstützung: Johannes Härtl, Sounddesign: Johann Jürgen Koch, Text: Tim Etchells, Künstlerische Produktionsleitung: Karen Breece, Licht: Jürgen Kolb, Dramaturgie: Koen Tachelet
Mit: Bernhard Claus, Said Gharbi, Livia Hofmann-Buoni, Leslie Mader, Manuela Schemm, Gerlinde Sämann

Es sind nicht unsere Augen, die sehen. Es sind unsere Gehirne, die die Information, die als Licht auf unsere Netzhaut fällt, in Bilder übersetzen. Das ist unsere Dunkelkammer. Dort werden unsere Negative in einer komplexen Prozedur entwickelt. Manche behaupten, der Behälter mit der Entwicklerflüssigkeit würde im Laufe unseres Lebens immer diffuser: Wir sehen immer öfter, was wir denken, zu sehen. Wir werden von der visuellen Konsumgesellschaft und von Menschen, die unseren Augen gefallen wollen, gnadenlos manipuliert. Mit einer Gruppe von sechs blinden Darstellern inszeniert Dries Verhoeven ein Projekt über unsere Suche nach Intimität und wie unsere Augen uns dabei beeinflussen. Ist es tatsächlich so, dass das Sehen uns behindert, näher zueinander zu kommen? Können wir uns mit Unbekannten besser verbinden, am Telefon oder in einem Chatroom? Ist es besser, das Licht auszumachen und fortan unsere Ohren, Hände und Lippen die Arbeit leisten zu lassen?
Die international preisgekrönten Arbeiten des niederländischen Performancekünstlers Dries Verhoeven sind zumeist installative Settings, in denen Besucher Teil des kommunikativen und performativen Spiels werden. Er konstruiert theatrale Situationen, in denen Realität und Fiktion oft kaum zu unterscheiden sind. Sie lenken den Blick des Zuschauers in verwirrend ungewohnte Perspektiven.

"Wir alle haben eine Sehnsucht nach Intimität, nach Momenten, in denen wir einem guten Freund oder einem Partner einen Blick in unsere Innenwelt geben, Momente, in denen man von der Außenwelt unbeobachtet ist. Aber gleichzeitig leben wir in einer visuellen Kultur des Gefallens. Wir beurteilen uns und die anderen ständig. Wir sind trainiert, uns selbst mit fremden Augen zu betrachten. Das kann tatsächlichen Kontakten im Wege stehen. Ich denke, dass Blinde diesen Konflikt spiegeln können." Dries Verhoeven

Auch ab 30.9. - 9.10. DEIN REICH KOMME - Eine Theaterinstallation für 1 Zuschauer von Dries Verhoeven