Die Schauspieler sind Superhelden und müssen die Welt retten. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, im Theater, existiert noch immer das Konzept "Seele". Überall Seele! Deshalb wird noch immer "Hamlet" gespielt. Noch immer dominiert die Rede von der Unsterblichkeit eines Theaterstücks. Nachdem der Autor längst tot ist. Alle glauben daran, aus einem christlichen Reflex heraus. Die Superhelden wollen die Welt als Leiche denken! Es gibt nur Werden! Sterben! Das Leben ist kein Werden, das ist Sein. Sein von der übelsten Sorte. Nur das Sterben ist Werden. Was wäre, würde man nicht an die Unsterblichkeit der Seele, sondern an die Unsterblichkeit des Körpers denken. Dann könnte man den unsterblichen Körper von Thomas Bernhard, wie die russischen Immortalisten es fordern, in den Weltraum schießen, damit wir ihn uns da oben ansehen können. Warum immer nur Seele und Seele, und n o c h ein unsterblicher Text, der unsere Welt beseelt, davon gibt es doch nun wirklich genug. Wenn Thomas Bernhards unsterblicher Körper dort oben am Himmel leuchtet, können wir die Welt endlich als Leiche denken. Schluss mit der Seele! Unsterblichkeit für alle! Die Superhelden werden die Welt retten! Aber wie können sie das tun? Es müsste einen Kampf geben der Guten gegen die Guten!
Der Autor und Regisseur René Pollesch hat mit Katja Bürkle, Bernd Moss und Martin Wuttke einen Splatter-Boulevardabend mit Hyperspeedtexten und Trickmechaniken entwickelt. Brillen auf und los!
"Gedanken sind nicht so stabil, wie das zum Beispiel ein Hollywood-Drehbuch behauptet. Darum muss man die Perspektive wechseln und eine widersprüchliche Gesellschaft erzählen, wo die Leute paradox denken oder Gedanken wechseln." René Pollesch