KAMMERMUSIK-NACHT

Eine Konzertreihe in Zusammenarbeit mit dem  Münchener Kammerorchester
Schauspielhaus, Am 19.10.2012, 22.02.2013 und 19.04.2013
Konzeption: Johan Simons, Alexander Liebreich

Anfang 2010 hatten Johan Simons und Alexander Liebreich, der Künstlerische Leiter des Münchener Kammerorchesters, gemeinsam die Idee, Kammermusik des 20. und 21. Jahrhunderts in konzentrierter Form am späten Freitagabend auf die Bühne des Schauspielhauses zu bringen. In den ersten vier Konzerten dieser Reihe erklangen seither vor einem begeisterten Konzert- und Theaterpublikum zentrale Werke der Moderne, die gleichwohl praktisch nie (oder nicht mehr) in den Programmen heutiger Konzertveranstalter zu finden sind: BLACK ANGELS von George Crumb etwa oder Peter Maxwell Davies‘ EIGHT SONGS FOR A MAD KING, Pascal Dusapins 4. Streichquartett neben dem QUATUOR POUR LA FIN DU TEMPS von Olivier Messiaen, Werke von Toshio Hosokawa, György Kurtág, Zoltán Kodály und Arnold Schönberg. Solisten wie Tabea Zimmermann, Antje Weithaas, Sharon Kam trafen sich dabei kammermusikalisch mit Mitgliedern des Münchener Kammerorchesters, die laut der Süddeutschen Zeitung längst zu den "besten Kammermusikern der Stadt" gehören.

In der Saison 2012/13 wird die Reihe mit drei Abenden fortgesetzt. Ein Konzert steht dabei ganz im Zeichen des griechisch-französischen Komponisten Georges Aperghis mit dem experimentellen, 1999 entstandenen Musiktheaterstück ENTRE CHIEN ET LOUP nach Texten von Paul Klee, Johann Wolfgang von Goethe und Franz Kafka. Im zweiten Konzert wird Alban Bergs LYRISCHE SUITE von 1926 den im gleichen Jahr entstandenen ZWEI STÜCKEN FÜR STREICHQUARTETT von Theodor W. Adorno, der damals bei Berg in Wien Komposition studierte, gegenübergestellt. Der dritte Abend der Reihe bewegt sich im Grenzbereich der Streichquartett-Literatur zwischen Komposition, Improvisation und elektrischer Verstärkung, mit Werken von Steve Reich, John Zorn und Louis Andriessen.

Die Kammermusiknächte im Schauspielhaus der Münchener Kammerspiele bieten eine einzigartige Atmosphäre für die moderne Ensemble- und Kammermusik des 20. und 21. Jahrhunderts, dargeboten auf allerhöchstem Niveau. Große Solisten musizieren hier gemeinsam mit den Musikern des Münchener Kammerorchesters. Ich persönlich erlebe und genieße die Musik weitaus mehr als im Sinfoniekonzert. Vielleicht kann ich mich als Dirigent hier mehr zurücklehnen; es mag aber auch an der Direktheit, an der Intimität des Raumes liegen, vielleicht gerade weil hier das Sprechtheater vorherrscht. Die Mischung aus den Klassikern der Moderne - den Quartetten
von Alban Berg, Arnold Schönberg, Olivier Messiaen - und den musik-theatralen Kompositionen von Georges Aperghis, Steve Reich, Toshio
Hosokawa oder Peter Maxwell Davies, genau das muss den Nerv des Abends ausmachen.
Alexander Liebreich