JIGGY PORSCHE TAUCHT AB

von Olivia Wenzel, Uraufführung
Werkraum, 16. April 2012
Regie: Philip Decker, Bühne: Bettina Pommer, Kostüme: Henriette Müller, Musik: Benedikt Brachtel, Video: Bettina Pommer, Licht: Christian Mahrla, Dramaturgie: Malte Jelden
Mit: Marc Benjamin, Benedikt Brachtel, Oliver Mallison, Lasse Myhr, Clara-Marie Pazzini

Ein Fischer und ein Tourist erzählen sich eine alte Geschichte von Profitstreben und Bescheidenheit. Heinrich Bölls "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral" dient Olivia Wenzel als Einstieg in Ihre ganz eigene Kritik der modernen Arbeitswelt. Aus dem beschaulichen Hafen schwenkt dann der Blick auf die Jiggy3000, das Kreuzfahrtschiff des Turbo-Kapitalismus, auf dem sich bundesdeutsche Angestellte Richtung Herzinfarkt entspannen. Bis das Schiff untergeht und ein Kind überlebt. Dieses Kind beschreibt die Autorin jetzt in seinen verzweifelten Versuchen, die Welt im Allgemeinen und seine Familie im besonderen, durch immer neue Systemumstellungen zu befreien. Aber Bruder, Mutter, Oma und Vater stecken fest in Einsamkeit, Über- und Unterforderung, enttäuschten Träumen und ständigen Erwartungen. Für sie ist alles Arbeit.

Für JIGGY PORSCHE TAUCHT AB erhielt Olivia Wenzel in der »Langen Nacht der neuen Dramatik« den Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik 2011.