100 JAHRE MK - 25 OBJEKTE

von Matthias Günther
Schauspielhaus, am 28. April 2013
Regie: Johan Simons, Musik: Carl Oesterhelt, Dramaturgie: Matthias Günther

Geschlossene Veranstaltung für Abonnenten - Eine Lesematinee mit dem Ensemble

25 ausgewählte Objekte aus der Requisitenkammer, dem Kostümfundus oder dem Regalarchiv stehen für 25 Geschichten aus der 100jährigen Geschichte der Kammerspiele, die auch eine Geschichte Deutschlands ist. Ein durchsichtiger Schleier, der polizeilich konfisziert wird, einige Plakate im Zuschauerraum mit dem Spruch "Glotzt nicht so romantisch", eine Karikatur auf Papier, die Nosferatu verspottet, ein selbst fabriziertes Kanonenrohr mit einer Ladung Sprengstoff, eine Abonnentenwerbung mit deutschem Gruß, ein Planwagen voll Spezereien einer couragierten Frau, ein Manuskript eines unbekannten Schweizer Dramatikers, eine preußische Uniform, die einen totgesagten Komödianten glänzen lässt, ein altes Tonbandgerät mit großen Theatermonologen, ein Eimer Blut auf einer kraß rot-goldenen Bühne, eine Sammelbüchse mit Spendengeldern für einen bewaffneten Widerstand, eine Handvoll Erdinger Stinkbomben für einen wortkargen Mundartdichter, ein Programmheft mit zwei leeren Seiten, ein Hut voller Lose und eines ist mit "G" gekennzeichnet, ein Notizbuch mit lauter Lehrstücken und Endspielen, eine Badehose, die einen Ostberliner Bengel zur Weissglut trieb, ein Bündel Pfeile, die einem Helden den Tod bringen, eine lebendige Bavaria, damit München leuchtet, ein Mantel, der sich auf der Bühne ausbreitet, eine Fahne, die gehisst wird und einen neuen Staat begründet, ein nicht verwendeter Topf schwarze Schminke, eine drehende Scheibe, die sich langsam und bedrohlich senkrecht stellt, ein Orchestrion, das von ganz alleine spielt, ein Haufen Sofakissen, mit denen ein Hund verprügelt wird, ein Rechenschieber, mit dem jemand zählen lernt.