HAMLET

von William Shakespeare
Schauspielhaus, Gastspiel am 25. & 26. Mai 2011
Gastspiel Thalia Theater Hamburg
Regie: Luk Perceval, Bühne: Annette Kurz, Kostüme: Ilse Vandenbussche, Musik: Jens Thomas, Licht: Mark Van Denesse, Dramaturgie: Susanne Meister
Mit: Mirco Kreibich, Peter Maertens, Barbara Nüsse, Josef Ostendorf, Jörg Pohl, Gabriela Maria Schmeide, Birte Schnöink, André Szymanski, Sebastian Zimmler

In einer Neubearbeitung von Feridun Zaimoglu & Günter Senkel

Luk Perceval, nicht erst seit seinem Zyklus SCHLACHTEN erfahrener Shakespeare-Regisseur, kommt mit seiner Vision von HAMLET ins Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele. Traumatisiert vom Tod des Vaters und der überstürzten Heirat der Mutter, ist Hamlet - gespielt von zwei Schauspielern - Sinnbild der "condition humaine": Der Mensch, gefangen im Dualismus zwischen Vernunft und Gefühl, Wahrheit und Lüge, ohne Antwort auf die grundlegenden Fragen seiner Existenz. Die Aktualität des Stoffes sucht Perceval in der Beschäftigung mit den mythischen und archaischen Grundlagen. Die Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel haben das Stück neu übersetzt und dem traumatisch-märchenhaften Gehalt eine Sprache verleihen. Unerfahren im politischen Geschäft, verwirrt und voller Hass täuscht Hamlet den Wahnsinn vor, der ihn zugleich zu überwältigen droht. Gerade hat er den Vater beerdigt, da heiratet die Mutter den Onkel. Keine Zeit für Trauer in Dänemark. Die Staatsgeschäfte müssen weiterlaufen - business as usual. Wem kann er trauen? Dem Mörder seines Vaters? Der Mutter, die dessen Bett teilt? Seiner Liebe Ophelia, die sich dazu hergibt, ihn auszuspionieren? Seinen alten Freunden Rosencrantz und Guildenstern, die vom neuen König beauftragt sind, ihn abzulenken? Hamlet stört. Hamlet zweifelt. Er ist gespalten - was soll er tun? Wenn sein Vater aus Machtkalkül ermordet wurde, muss er nicht Rache üben?