DIE ZEHN GEBOTE

nach den Geschichten und Filmen "Dekalog 1 - 10" von Krzysztof Kieslowski, Krzysztof Piesiewicz
Schauspielhaus, 17. Februar 2005
Regie: Johan Simons, Bühne: Bert Neumann, Kostüme: Nina von Mechow, Dramaturgie: Koen Tachelet, Barbara Mundel
Mit: Stephan Bissmeier, Marion Breckwoldt, Peter Brombacher, Robert Dölle, Gundi Ellert, Paul Herwig, Julia Jentsch, André Jung, Nina Kunzendorf, Wolfgang Pregler, Katharina Marie Schubert, Sebastian Weber

Nach den Geschichten und Filmen "Dekalog 1 - 10" von Krzysztof Kieslowski und Krzysztof Piesiewicz
Fassung von Koen Tachelet
Aus dem Polnischen von Beate Procowska

Mit: Stephan Bissmeier, Marion Breckwoldt, Peter Brombacher, Robert Dölle, Gundi Ellert, Paul Herwig, Julia Jentsch, André Jung, Nina Kunzendorf, Wolfgang Pregler, Katharina Schubert, Sebastian Weber

Ein Gebot zu erlassen, beinhaltet auch immer die Möglichkeit, es zu überschreiten. Die Freiheit des Menschen ist auch immer die Wahl zwischen "Gut und Böse". Der polnische Filmregisseur Krzysztof Kieslowski geht in seinem Film "Dekalog" von einer Welt ohne Gebote aus - Polen in der Mitte der 80er Jahre - und beschreibt eine Welt ohne Gebote, aber auch ohne Liebe. Zehn Gebote in zehn Erzählungen über ganz normale Menschen. Auf der Suche nach Liebe übertreten sie meistens unbewußt eines der Zehn Gebote. Über zwanzig Jahre nach dem Entstehen des Dekalog stellen sich uns noch einmal andere Fragen, die auch mit uns in München heute zu tun haben. Die Welt hat sich radikal verändert. Das postmoderne Spiel mit moralischen Begriffen hat sich in einen erbitterten Streit um die Wahrheit gewandelt, die Wahrheit von politischen, religiösen und kulturellen Werten. Mit moralischen und religiösen Argumenten werden Kriege begonnen, Selbstmordattentate geplant, Angst produziert. Wir leben in dem Paradox, daß Religion wieder die Weltpolitik bestimmt, aber wir in unserem privaten Leben moralischen Kategorien und religiösen Fragen zutiefst mißtrauen. Die Zehn Gebote "spielen", bedeutet vielleicht dieses Paradox zu zeigen.

Krzysztof Kieslowski, 1941-1996, galt als einer der bedeutendsten Filmregisseure Polens und wurde international mit Preisen ausgezeichnet. Besonders bekannt ist seine Trilogie "Drei Farben: blau, rot, weiß".

Krzysztof Piesiewicz, geboren 1945, lebt als Rechtsanwalt und Drehbuchautor in Warschau.

Johan Simons, geboren 1946, leitet das NTGent und arbeitet seit der Spielzeit 2003/2004 kontinuierlich an den Münchner Kammerspielen, wo zur Zeit neben "Die zehn Gebote" seine Inszenierungen "Elementarteilchen" (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2005) und "Prinz Friedrich von Homburg" zu sehen sind. Am 30. Juni und 1. Juli ist er mit seiner Inszenierung der "Orestie" an den Kammerspielen zu Gast.

Wir danken der Firma OSRAM GmbH für die großzügige Bereitstellung der Leuchtstofflampen.