Kriegenburg sucht nicht nach Darstellungen in der Realität, sondern nach Darstellungen in der Absurdität und findet diese in einer wundersamen Dublizität - der Personen, der Ereignisse, der Gesten, der Klänge und Laute, der Worte. (...) Die Parallelen zur traurigen Stummfilm-Komik Buster Keatons sind beabsichtigt und kommen nicht von ungefähr. Denn im Irrsinn steckt auch stets Humor, erst recht in der Verzweiflung, und die vogelartigen Ruckbewegungen des Kopfes oder die unbeholfenen, puppenhaften Räkelgesten verstärken das Gefühl, man sehe hier einen falschen Menschen am falschen Ort. FAZ
Das ist alles von einer stilsicheren, vollendeten Ästhetik. Nichts gibt es auszusetzen an dem Kollektiv der Schauspieler, die sich einerseits ganz uneitel zurücknehmen, andererseits sich mit viel Witz im slapstickartigen Fratzenschneiden gegenseitig überbieten. Münchner Merkur
Man wird lange nicht aus dem Staunen herauskommen an diesem phantasiemächtigen Premierenabend, der so wundersam und verwunschen ist, als wär's Zauberei, ein surrealer Bilderspuk, von einem sanften Theaterpoeten auf die Bühne geträumt. (..) Dabei ist sowohl die Choreographie der Bewegungen und Abläufe als auch das Arrangement der Texte, dessen Instrumente die Spieler gleichsam sind, von so ausgeklügelter Raffinesse und Komplexität, die Bildfindungen sind von so betörender Skurrilität und Poesie, dass Kriegenburgs Regiebuch eigentlich einer dickleibigen Orchesterpartitur gleichen und ein Robert Wilson vor Neid erblassen müsste. Süddeutsche Zeitung
Und so hat Andreas Kriegenburg mit Hilfe seines slapstickhaft-komischen und wunderbar aufgelegten Ensembles eine Art Bildersound gefunden für Franz Kafkas ja fast kühle Beschreibung jener zwanghaften Unausweichlichkeit, mit der sein Josef K immer weiter in die mechanisch gnadenlosen Mühlen der Staatsanwaltschaft gerät. Ein großartiger Saisonauftakt für die Münchner Kammerspiele. Bayerischer Rundfunk