ATROPA. DIE RACHE DES FRIEDENS. DER FALL TROJAS

von Tom Lanoye
Schauspielhaus, Premiere am 17. Dezember 2011
Regie: Stephan Kimmig, Bühne: Katja Haß, Kostüme: Anja Rabes, Musik: Michael Verhovec, Licht: Wolfgang Göbbel, Dramaturgie: Matthias Günther
Mit: Florian Burgkart, Katja Bürkle, Gundi Ellert, Johannes Geller, Katharina Hackhausen, Walter Hess, Wiebke Puls, Steven Scharf, Anna Maria Sturm

In ATROPA konfrontiert Tom Lanoye die Rhetorik und Logik der Kriegsführung mit den Stimmen der Opfer auf beiden Seiten - am Beispiel des Trojanischen Krieges. Wenn der Feldherr Agamemnon den Krieg rechtfertigt, hat das Individuum keinen Platz, es geht um Größeres: um Vaterland, kulturelles Erbe und Wertesysteme. Gegen Agamemnon treten die Frauen an, deren Leben diese Kriegslogik im Namen der Freiheit zerstört: Troerinnen und Griechinnen gleichermaßen.

Der Trojanische Krieg stellt immer wieder von neuem die Frage an Krieg überhaupt. Die zentrale Frage auch heute ist nicht, warum können Länder nicht in Frieden miteinander leben, sondern, wenn es gute Gründe und Rechtfertigungen gibt, einen Krieg zu führen, was passiert dann? Das wirkliche Drama ist Gerechtigkeit gegen Gerechtigkeit. Tom Lanoye