Die Holländerin Elsie de Brauw, schön und nicht mehr jung, ist eine überragende Irene. Die Entschiedenheit ihres Ausdrucks fühlt sich so ungemein angenehm an, weil man nicht das Gefühl hat, dass einem hier falsche Emotionen verkauft werden. Man soll nicht überwältigt werden, sondern herausgefordert. (...) Wieler behandelt Stücke wie Körper, die er zu berühren sich scheut, die er dann aber doch wie mit einem sanften Skalpell auseinander nimmt, um sich und uns neue Einblicke zu gewähren. (...) Diese Aufführung ist zurückhaltend und trotzdem reich. Das abstrakt-mondäne Bühnenbild von Anja Rabes, die Durchblicke und Schubladen, wo alles sein Plätzchen hat, die schwankenden Bretter, das himmelblaue Stubenmädchen, die adretten Kinder ergeben den perfekten Spielraum dieser himmlisch-morschen Welt. Selten gab es Kostüme, die so liebevoll beschreiben und gnadenlos entlarven. Frankfurter Rundschau
Wie fast immer bei diesem leisen, stilsicheren Regisseur gibt es auch in ANGST, einer Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen unter der künftigen Intendanz von Johan Simons, hoch exaktes, fragiles Schauspielertheater zu bewundern. Und die schöne Elsie de Brauw ist eine Naturgewalt mit Betonung auf Ihrer Natürlichkeit. Ihr niederländischer Akzent, der sie zu einem verlangsamten Sprechen und zu unorthodoxen Betonungen verleitet, ist zunächst gewöhnungsbedürftig, dann aber sogar eine Kostbarkeit, weil sich darin so etwas Unfertiges, Bemühtes, Schutzloses äußert. Man schaut dieser Schauspielerin unglaublich gerne zu. Und am Ende hat sie uns tatsächlich die Angst gelehrt. Süddeutsche Zeitung
Großes Schauspielertheater mit einem hinreißenden Protagonistenpaar: der holländischen Bühnendiva Elsie de Brauw und dem vielfach ausgezeichneten Star der Münchner Kammerspiele, André Jung. (...) Elsie de Brauw als Irene spielt das Seelendrama mit allen Facetten ihrer Schauspielkunst: mädchenhaft, naiv, leichtsinnig, vertrauensvoll, panisch, verzweifelt. André Jung zeichnet das faszinierende Porträt eines scheinbar sympathischen, gütigen Großbürgers, der in Wirklichkeit ein übler Sadist ist.
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