ALLES NUR DER LIEBE WEGENPRESSESTIMMEN

Ein Projekt von Andreas Kriegenburg, Uraufführung
In den Münchner Kammerspielen kommt mit Edmund Telgenkämper tatsächlich der Mann daher, der all den Wünschen entsprechen würde, die Wiebke Puls am Anfang des Abends geäußert hat (...) "Alles nur der Liebe wegen" heißt das melancholische, wunschtraumversponnene Projekt, das Andreas Kriegenburg mit acht Schauspielern der Münchner Kammerspiele frei improvisierend, ohne feste Textgrundlage erarbeitete hat (...) Es ist eine große, mit Hilfe von Mikroports verstärkte Kakophonie der Einsamkeit. (...) Diese acht Schauspieler sind allesamt so kostbar wir komisch (besonders süß mal wieder: Annette Paulmann). Sie stürzen sich mit großer Lust und Ausdauer in das Kostümfest, das dieser herzfasrige Versatzstück-Abend schon auch ist (big time für Kostümbildnerin Andrea Schraad!). (...) Das ist Theaterpoesie. Man kann sich darauf einlassen und sich davon verzaubern lassen. Kann Schmerz empfinden bei Lena Lauzemis´ liebestollen Verzweiflungstanz.
Süddeutsche Zeitung
Mit "Alles nur Liebe" hat der Regisseur Andreas Kriegenburg ein schwebend leichtes, todtrauriges und zugleich saukomisches Theater voller Musik in die Kammerspiele gebracht. (...) Diesem tragikomischen Aspekt widmen Andreas Kriegenburg und sein fabelhaftes Ensemble ihr Projekt "Alles nur der Liebe wegen" in den Kammerspielen. Die melankomisch flirrende Uraufführung wurde mir großem Applaus gefeiert. (...) Was die acht Schauspieler mit Andreas Kriegenburg (Regie und Bühne) an Texten und Szenen erarbeitet haben, ist ein an Botho Strauß erinnerndes, mit elegischer Heiterkeit grundiertes Szenenmosaik. (..) Spaß macht dafür ein Taschenlampenballett. Und die Musikn, die den Abend rhytmisiert, von Jazz-Standards bis Schostakowitsch. Licht, Musik und wunderbare Ensemble-Arbeit fügen sich hier zur hochmusikalischen, poetischen Theaterpartitur, die schwebend leicht, todtraurig und hochkomisch ist.
Abendzeitung
Kriegenburgs Bühne besticht durch seine Reduktion. Der Tanzsaal selbst ist trotz neobarocker Säulen, rosa Marmorimitat und auf alt getrimmten Riesenspiegeln ein unaufdringlicher Rahmen für die vielfältigen Geschichten. Der vorherrschende Realismus wird zart gebrochen durch die Decke, die, um 180 Grad gekippt, zum digitalen Bilderrahmen wird oder in den Angeln gedreht alles durcheinander scheucht. (...) Das großartige Ensemble in den passgenauen Kostümen von Andrea Schraad spielt den Blitzkrieg der Selbstverwirklichung ebenso unterhaltsam wir doppellbödig, um in der nächsten Szene den Spiegelneuronen Raum zu lassen. (..) Etwas Großes scheint auf an diesem in seiner Kurzweiligkeit auch berührenden Abend.
Frankfurter Rundschau
Doch wer an der Seite von Andreas Kriegenburg und seinen acht wunderbaren Schauspielern durch Amors Garten flaniert, wird Bekanntes neu entdecken, sicher Geglaubtes infrage stellen und möglicherweise - ein bisschen verstehen. (...) Kriegenurg hat Gefühl für Dramaturgie und Tempo. (...) Doch selbst bei komische, krachenden Szenen wie dieser (...) hüten sich Kriegenburg und seine Schauspieler, in den Klamauk abzurutschen. Das ist eine schwierige Gratwanderung, doch sie gelingt. (...) Und eben weil diese so alles umfassend wie unfassbar ist, ist dieser Abend voller Melancholie und Hoffnung, voller Komik Zärtlichkeit und Schönheit, voller Sorgen, Träumereien und Poesie. Ein Abend wie das Leben. Großer Jubel für das Ensemble und den Regisseur.
Münchner Merkur
Zu Musik von Schostakowitsch bis zu Jazz-Klassikern wie "Mr. Bojangles" entfaltet Kriegenburg mit einem fantastischen Ensemble einen traumgleich versponnenen betörenden Bilderreigen mit traurig elegischen, absurden, spinnwebenzarten, flirrend intimen und burlesken Momenten. (...) "Alles nur der Liebe wegen" geht unseren emotionalen Konfusionen, widersprüchlichen Sehnsüchten nach Hingabe und Kontrolle, Nähe und Distanz, nach Authentizität und Wahrhaftigkeit im Gewand der perfekten Inszenierung nicht analytisch auf den Grund, aber das muss auch nicht sein. Wir sehen Splitter von Verhaltensrastern, Bruchstücke von Dramen. Atmosphärisch dicht und wundersam leichthändig fächert Kriegenburg Facetten des Hungers nach Liebe auf. (...) Und vielleicht spiegelt ja gerade das Fragmentarische, Lückenhafte dieses Projekts etwas von der allgemeinen Ratlosigkeit, von der uns das Heer der Beziehungsexperten und Bilanzbuchhalter der Gefühle nicht befreien kann.
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