ALEXANDER KLUGE


Alexander Ernst Kluge, geboren 1932 in Halberstadt, ist Filmemacher, Fernsehproduzent, Schriftsteller und Drehbuchautor. Er wurde als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films bekannt, den er in Theorie und Praxis mitbegründet und weiterentwickelt hat. Ab 1950 studierte der promovierte Rechtsanwalt Jura, Geschichte und Kirchenmusik in Freiburg, Marburg und in Frankfurt am Main. 1958 absolvierte Kluge nach erfolgreicher Vermittlung durch Theodor W. Adorno ein Volontariat bei CCC-Film unter Fritz Lang.
Bei den 8. Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen 1962 war Kluge einer der Initiatoren des Oberhausener Manifestes, einer politischen und ästhetischen Unabhängigkeitserklärung junger deutscher Filmemacher, die die Abkehr vom alten deutschen Film fordert. Ein Repräsentant des Neuen Deutschen Films und des Autorenfilms wurde er in den 60ern durch Filme wie Abschied von gestern (1966). 1963 gründete er seine eigene Produktionsfirma, Kairos-Film. 2007 erhielt Kluge das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der BRD.
Der Verfasser diverser Standardwerke zur Filmanalyse gilt als Autorität auf dem Gebiet der Filmtheorie. Kluge gründete 1987 die dctp (Development Company for Television Program) und schaffte somit eine Plattform für unabhängige Programme im deutschen Privatfernsehen. Er ist verantwortlich für diverse unabhängige TV-Kulturmagazine (u.a. dctp Reportage, dctp Nachtclub). Alexander Kluge erhielt zahlreiche Literaturpreise und Auszeichnungen, u.a. 1967 den Bambi, 1968 den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig, 1986 den Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt München, 2008 den Deutschen Filmpreis (Ehrenpreis) und zuletzt 2010 den Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie "Besondere Ehrung".