Lion Feuchtwanger, geboren 1884 in München, gilt als einer der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts. Feuchtwanger studierte Geschichte, Philosophie und Deutsche Philologie in München und Berlin und gründete 1908 seine eigene Kulturzeitschrift Der Spiegel. Nach 15 Ausgaben fusionierte sie jedoch auf Grund finanzieller Probleme mit der von Siegfried Jacobsohn herausgegebenen Zeitschrift Die Schaubühne, für die Feuchtwanger von nun an schrieb. Nach einigen Erfolgen als Dramatiker verlagerte Feuchtwanger seinen Schwerpunkt auf den historischen Roman. Am erfolgreichsten war sein Roman Jud Süß (geschrieben 1921/22, veröffentlicht 1925), der auch international bereits ab 1926 großen Anklang fand.
Feuchtwanger erkannte als einer der ersten die Gefahren durch Hitler und die NSDAP - die Figuren des "braunen Münchens" der 1920er Jahre werden in dem 1930 erschienenen Schlüsselroman Erfolg beschrieben, in dem die Figur Rupert Kutzners ein leicht erkennbares Porträt Hitlers zeichnet. Feuchtwanger galt den Nationalsozialisten als einer ihrer intellektuellen Hauptgegner. Seine Bücher wurden ein Opfer der Bücherverbrennung 1933 und sein Name tauchte im Sommer 1933 in der ersten Ausbürgerungsliste Hitlerdeutschlands auf. Er ging ins Exil nach Frankreich, später in die USA, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 1958 lebte.