DER PROZESS

von Franz Kafka
Schauspielhaus, 25. September 2008
Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2009 und zu den Wiener Festwochen 2009
Bestes Bühnenbild des Jahres 2009 (Theaterheute)

Regie: Andreas Kriegenburg, Bühne: Andreas Kriegenburg, Kostüme: Andrea Schraad, Licht: Björn Gerum, Dramaturgie: Matthias Günther
Mit: Walter Hess, Sylvana Krappatsch, Lena Lauzemis, Oliver Mallison, Bernd Moss, Annette Paulmann, Katharina Marie Schubert, Edmund Telgenkämper

K., ein Bankbeamter, unverheiratet und Untermieter in einer Pension, erlebt an seinem 30. Geburtstag eine Überraschung, die sein Leben verändern wird: Mitarbeiter einer mysteriösen Behörde verhaften K. am Morgen. Über den Anlass erfährt er zunächst nur, dass ein anonymes Gericht von der Schuld angezogen wird und Urteile auf Grundlage des Gesetzes fällt. Aber was ist das für ein Gesetz? Und K., so heißt es, sei prinzipiell schuldig, obwohl kein Verbrechen vorliegt. Trotzdem darf K. sein Leben in Freiheit wie bisher fortsetzen und auch seiner Arbeit nachgehen. Zunächst widerwillig, aber doch überzeugt, es handele sich um einen schlechten Scherz, spielt K. mit bei dieser Komödie. Ehe er sich versieht, befindet er sich in einem System, vielleicht in einer Verschwörung mit unklarem Ausgang. "Was waren denn das für Menschen? Wovon sprachen sie? Welcher Behörde gehörten sie an? K. lebte doch in einem Rechtsstaat, überall herrschte Friede,alle Gesetze bestanden aufrecht, wer wagte, ihn in seiner Wohnung zu überfallen? Er neigte stets dazu, alles möglichst leicht zu nehmen, das Schlimmste erst beim Eintritt des Schlimmsten zu glauben, keine Vorsorge für die Zukunft zu treffen, selbst wenn alles drohte." Von nun an setzt K. sich mehr oder weniger freiwillig physischen und psychischen Prüfungen aus, verwickelt sich in Widersprüche und windet sich in seinem Schicksal, das ein aussichtsloses Bemühen zu sein scheint. Eine Reihe junger sexuell verdächtiger Frauen und merkwürdiger älterer Männer mit Beziehungen scheinen ihm bei seinem bevorstehenden Prozess zu helfen, aber bei manchen Freunden braucht man keine Feinde mehr.
Der Prozess, der erste Roman Franz Kafkas, zwischen 1914 und 1915 entstanden und 1925 zum ersten Mal erschienen, ist Fragment geblieben und gehört zu jenen Werken der Verzweiflung, die das ausweglose Dasein des Einzelnen im Labyrinth einer anonymen Welt
veranschaulichen, einer Welt, die sich jeder Sinnsetzung entzieht.

DER PROZESS wurde außerdem zu folgenden Gastspielen und Festivals eingeladen:
Internationale Maifestspiele, Theater Wiesbaden, Mai 2009
Theaterformen, Hannover, Juni 2009
Festival deutscher Sprache ,Prag, November 2009
Theater Fürth, Dezember 2009
Tiyatro Festivali Istanbul 2010, Mai 2010
Festival d'Avignon, Juli 2010
Hamburger Theater Festival, September 2010
Centro Dramatico Nacional, Teatro Valle Inclan, Madrid, Oktober 2011