Nicolas Stemann

Nicolas Stemann, geboren 1968 in Hamburg, studierte Regie am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und am Institut für Theater, Musiktheater und Film in Hamburg. Während des Studiums arbeitete er als Hotel- und Restaurantpianist, als Sänger und Gitarrist – Musik spielt stets eine zentrale Rolle in seinen Arbeiten. Immer wieder bekommt er Angebote, Opern zu inszenieren: zuerst 2010 von der Komischen Oper in Berlin (Offenbachs „La perichole“), 2014 von der Staatsoper Berlin („Rein Gold“ nach dem gleichnamigen Bühnenessay von Elfriede Jelinek und der Musik aus Richard Wagners Ring).

Erste Arbeiten entstanden vor allem in der Hamburger Kampnagelfabrik („Terror-Trilogie“, „Möwe“, „Verschwörung“ u.a.); seit 1997 ist „WERTHER!“ mit Philipp Hochmair (Gostner Hoftheater Nürnberg) an vielen Theatern und bei internationalen Festivals zu sehen – bis heute.

Seither inszeniert Stemann regelmäßig am Schauspiel Hannover und Thalia Theater in Hamburg, am Deutschen Theater in Berlin, am Schauspiel Köln und am Burgtheater Wien, wo er u.a. „Das Werk“ (2004) und „Babel“ (2005) von Elfriede Jelinek uraufgeführt hat. Zahlreiche weitere Uraufführungen ihrer Texte folgten: u.a. am Deutschen Theater („Über Tiere“), am Thalia Theater („Ulrike Maria Stuart“ und „Abraumhalde“), in Köln („Die Kontrakte des Kaufmanns“), an der Staatsoper in Berlin („Rein Gold“) und zuletzt „Die Schutzbefohlenen“ anlässlich des Festivals Theater der Welt (Einladung zum Berliner Theatertreffen und zu den Mülheimer Theatertagen 2015). Nicht nur diese Arbeiten, auch seine Klassiker-Inszenierungen werden wiederholt zu nationalen wie internationalen Festivals, zu den Mülheimer Theatertagen und auch zum Berliner Theatertreffen eingeladen, so „Hamlet“ (TT 2002), „Die Räuber“ (TT 2009) und „Faust 1 und 2“ (TT 2012), die zunächst bei den Salzburger Festspielen und 2013 auch beim Festival d’Avignon zu sehen war. 2012 wird er für seinen „Faust“ mit dem 3sat-Preis des Berliner Theatertreffens aufgrund seiner richtungsweisenden künstlerisch-innovativen Leistung ausgezeichnet und zum Regisseur des Jahres gewählt.

Stemann steht immer wieder auch selbst auf der Bühne: nicht nur in der Produktion „Die Kontraktes des Kaufmanns“, die er live jede Vorstellung wieder neu inszeniert und mitgestaltet, sondern auch in installativen Arbeiten wie „Kommune der Wahrheit“ (Wiener Festwochen/Thalia-Theater 2013), konzertartigen Theaterprojekten („Zwölf letzte Lieder“ DT, „Der demographische Faktor“ Schauspiel Köln) sowie in dem einst für das Burgtheater entwickelten Improvisations-Format „Gefahr-Bar“, das er mit seinen beiden langjährigen Weggefährten und Musikerkollegen Thomas Kürstner und Sebastian Vogel gestaltet.

Von der Spielzeit 2015/16 an ist Nicolas Stemann Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen. Hier realisierte er in der Spielzeit 2015/16 zwei Arbeiten: „Der Kaufmann von Venedig“ als Eröffnungsinszenierung sowie die Uraufführung von Elfriede Jelineks „Wut“.

In der Spielzeit 2016/17 inszeniert er „Der Kirschgarten“ und bringt das Improvisations-Format „Gefahr-Bar“ erstmals nach München.