Kammer 3

ELEGY FOR TELEVISION

von und mit Fabian Holle, Baly Nguyen, Damian Rebgetz, Melanie Jame Wolf

Inszenierung: Damian Rebgetz

Performance

Der Fernseher ist tot. Lang lebe der Fernseher.

Eine Elegie für den Fernseher, für die Glotze, die Kiste, die Röhre. Eine Zeremonie für das Kabel, das Zapping, den Flow, das Flimmern, die Stunden auf der Couch, in Wohnzimmern, alleine, oder im Kampf um die Fernbedienung.
Vorhersagen zufolge wird der Fernseher zum Ende des kommenden Jahrzehnts aus den Haushalten verschwunden sein und mit ihm das TV-Programm, das den Alltag von Familien, Generationen und Nationen strukturierte. In dem Verlust dieses Artefakts spiegelt sich die Transformation kultureller Praktiken: Orte der Versammlung, zeitliche Strukturen, Formen des Konsums, Konstellationen von Körpern, Sehgewohnheiten werden andere oder verschwinden. Die Cord Cutting Revolution beschreibt eine Bewegung weg vom Fernsehen über Satellit oder Kabelfernsehen hin zu der Nutzung von Streaming-Diensten. Konsum und Nachfrage verändern sich durch die globale Ausbreitung des Internets und lösen sich aus dem zeitlichen Diktat der TV-Programme.
In diesem Rahmen entwickeln Fabian Holle, Baly Nguyen, Damian Rebgetz und Melanie Jame Wolf eine „Elegy for Television“, suchen nach Formen, die Abschied ermöglichen, werfen Blicke zurück, trauern um den Verlust ehemaliger Strukturen, wie sie deren verschwinden zelebrieren. In einer Choreografie verkörperter Erinnerungen fragen sie nach den Ritualen des Fernsehzeitalters, nach den verlorenen Momenten von Gemeinschaft, der Synchronisation von Nachbarschaften und Nationen und zappen durch Fragmente individueller und geteilter Erfahrung.


Video Benjamin Krieg Bühne / Kostüme Belle Santos Dramaturgie Rahel Spöhrer Künstlerische Assistenz Hannah Saar Bühnenassistenz Janina Kuhlmann, Ran Chai Bar-Zvi Künstlerische Beratung Sharon Smith Licht Tobias Klette Technische Leitung Torsten Schwarzbach Technische Assistenz Timo Schmidt Produktion björn & björn

Produktion Damian Rebgetz. Koproduktion HAU Hebbel am Ufer, Münchner Kammerspiele, Gessnerallee Zürich. Unterstützt durch PLATFORM München. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds


Gefördert von:

nationales performance netz
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