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DAS VORSPRECHEN

Von Boris Nikitin

Inszenierung: Boris Nikitin

Schauspiel

Reenactment des Absolventenvorsprechens des 4. Jahrgangs der Otto-Falckenberg-Schule

Das Ergebnis jahrelanger Arbeit wird präsentiert. In einer Verkaufssituation, in der nichts dem Zufall überlassen ist, wird eine Fiktion feilgeboten: das bestmögliche Spiel. Jeden Herbst reisen Intendanten und Dramaturgen herum, um die jüngsten Abschlussjahrgänge der Schauspielschulen zu bewerten und den Absolventen am Ende ein Tauschgeschäft anzubieten: Du gibst mir deine Suggestionskraft, und ich zahle dir deine Miete. Diese hoch konventionalisierte Vorsprechsituation, die jahraus jahrein hinter verschlossenen Türen stattfindet, wird nun selbst zum Schauobjekt. Der international tätige Basler Regisseur Boris Nikitin setzt das Ritual als Readymade in einen neuen Kontext und lässt beim diesjährigen Intendantenvorsprechen der Otto-Falckenberg-Schule TheaterzuschauerInnen gemeinsam mit den Profis aus Intendanz und Dramaturgie auf das Ergebnis der jahrelangen Ausbildung blicken. Wie schaut man richtig? Und wessen Urteil stimmt am Ende? Nach der Vorsprechserie im November ist „Das Vorsprechen“ als Reenactment in das Repertoire der Münchner Kammerspiele eingegangen.

Die Otto-Falckenberg-Schule ist Teil der Münchner Kammerspiele. Das Projekt wird mit Projektmitteln des Kulturreferats der Landeshauptstadt München ermöglicht.

ZUM LETZTEN MAL AM 20. APRIL 2016


Premiere am 03. November 2015

pressestimmen

"Zum einen zeigen die zehn Absolventen der Falckenberg-Schule (Solo-) Szenen, die sie mit ihren Lehrern erarbeitet haben. Zum anderen weicht Nikitin die Grenzen auf. Alle zehn treten mehr oder weniger von Szenen, die sie präsentieren, zurück und bewegen sich in einem Raum von Selbstkommentierung. Dazu sieht man kleine Videos, die jungen Schauspieler reden über ihren Beruf, ihre Erwartungen, ihre Ängste. Für alle, die Einblick in die Arbeit eines jungen Schauspielers gewinnen wollen, ist das toll.“ (SZ, Egbert Tholl)

„Diese Idee, die Boris Nikitin in der Spielhalle („Kammer 2)“ der Münchner Kammerspiele verwirklichte, ist so genial wie naheliegend. […] Die Anwesenheit von Publikum macht das Begutachtungsritual viel lebensechter, als wenn sich die Eleven nur vor ein paar Hanseln einen Wolf spielen. […] Insofern wirkt Nikitins erhellendes Projekt auch als Entlastungsmaßnahme, um das schlechte Gewissen der Entscheider zu dämpfen, die ahnen, dass sie just jene Machtstruktur repräsentieren, gegen die sie mit ihren Spielplänen zu stänkern vorgeben.“ (Münchner Merkur, Alexander Altmann)

„Man darf verschiedene Talente bewundern, wobei viele auch singen und musizieren – was man an Können vorzuweisen hat, wirft man natürlich in die Waagschale. Da greift Nikitins Konzept der verschiedenen Ebenen, die Notwendigkeit und der Horror der Selbstdarstellung, das Spiel damit und die untrennbare Vermischung mit dem Rollenspiel, sehr gut.“ (Abendzeitung, Michael Stadler)