Kammer 2

DANCE 2017: CAEN AMOUR

VON TRAJAL HARRELL

Inszenierung: Trajal Harrell

Gastspiel

Auf der Bühne steht ein übergroßes Puppenhaus, das die ZuschauerInnen später umrunden dürfen, um buchstäblich hinter die Kulissen zu blicken. Dann sieht man die TänzerInnen, wie sie sich umziehen, um anschließend in immer neuer Verkleidung aus dem Haus zu treten, zu posieren, sich weich in den Hüften zu wiegen. Sie hüllen sich in Tücher, lassen das Becken kreisen. Verführerisch sind die beiden Männer und ihre Kollegin. Zugleich blenden sie in ihrer Präsentation Stereotype des Exotischen und zeitgenössische Wahrnehmungsweisen von Körper und Gender übereinander, aktuelle postkolonialistische und feministische Debatten tragen sie selbstverständlich mit in ihrem diskursiven Gepäck.

Fluchtpunkt in der neuen Show des in New York lebenden Choreographen Trajal Harrell ist der Hoochie Coochie. Der Tanz, der um 1870 in den Vereinigten Staaten als sexualisierte Parodie des Bauchtanzes Erfolge feierte, signalisierte zum einen Nacktheit, Erotik, Sexualität, zum anderen aber auch experimentelle Lust am Tanzen. Klug greift der amerikanische Choreograf zurück auf die Zeit, als sich der moderne Tanz erfand und aus den verschiedensten Quellen speiste, aus Vaudeville und Zirkus, neuer Technologie und Jugendstil, Mode und Exotismus. Seine Verbindung zwischen Hoochie Coochie und modernem Tanz ist ein Vorschlag. Und was für einer!

Das anschließende Publikumsgespräch am 19. Mai wird moderiert von Brygida Ochaim.


Förderung der Koproduktion durch Kampnagel (Hamburg), Festival Avignon, Theater Freiburg, Arsenic (Lausanne), Gessnerallee (Zurich), ICA Boston, Kaaitheater (Brussels), Productiehuis Rotterdam Ebenso gefördert durch TANZFONDS ERBE – eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes

Inszenierung

Trajal Harrell